Kurz vor ewig
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Einbanddeckel (Zeichnung:
© 2016 Jonathan Heidorn)

Fritz Heidorn:
Kurz vor ewig 
Kosmologie und Science-Fiction.
Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte der Science-Fiction aus Kosmologie, Religion und Literatur

Klappenbroschur, 231 Seiten, 6 Abbildungen, Vorwort von Kim Stanley Robinson
17,50 € ISBN 978-3-945807-08-8

Über den Verfasser
Inhaltsverzeichnis
Über das Buch

Fritz Heidorn

Fritz Heidorn, geboren 1952 in Stadthagen, ist promovierter Erziehungswissenschaftler (Dr. phil.) mit den Arbeitsschwerpunkten Naturwissenschaftsdidaktik und Umweltforschung.
Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Agentur „econtur“ gGmbH im Sustainability Center Bremen seit 1996. Beruflich beschäftigt er sich mit Zukunftsfragen für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklungen, beispielsweise zum Thema „Anpassung an den Klimawandel“ sowie mit Projekten zum interkulturellen Austausch in der Entwicklungszusammenarbeit. Er leitet den Programmbereich „weltwärts-Bremen“ bei „econtur“ und fördert seit 2008 einjährige Auslands-Aufenthalte junger Menschen in Ländern des Globalen Südens. Für Trainings und Seminare reist er in den letzten zehn Jahren regelmäßig in die folgenden Länder: Südafrika, Lesotho, Indien, Indonesien, Aserbaidschan.
Vorher hat er zehn Jahre lang den Umweltbildungsbereich bei der Umweltstiftung WWF-Deutschland geleitet und internationale Projekte des WWF betreut. Davor war er drei Jahre lang als Redakteur für Chemie und Biologie beim Schroedel-Schulbuch-Verlag tätig sowie fünf Jahre als wissenschaftlicher Angestellter der Universität Hannover bei einem Naturwissenschafts-Projekt an der Integrierten Gesamtschule Garbsen.
Sein literarisches Interesse richtet sich seit seiner Jugend auf Science Fiction und Zukunftsforschung. Sein Frust über die zunehmende Zahl schlechter Romane hat dazu geführt, sich mit verschiedenen Essays zu Wort zu melden.

 

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Der Autor Dr. Fritz Heidorn
(© 2016 Dr. Fritz Heidorn)

Inhaltsverzeichnis

Vorworte von Kim Stanley Robinson (englisch und deutsch) und von Fritz Heidorn
1. Einführung: Einsteins Universum und die Phantasie des Menschen
2. Die Tragödie des Menschen in Einsteins Universum
3. Die Literatur des Unmöglichen: Science-Fiction und Veränderung
4. Der künstliche Gott: Science-Fiction und die Religionen
5. Die Schöpfung: Science-Fiction und die Erschaffung des Universums
6. Buddhas Universum: Science-Fiction und der ewige Kreislauf von Vergehen und Entstehen
7. Die Evolution des Universums: Science-Fiction und Kosmologie
8. Superzivilisationen im Universum: Science-Fiction und die Ewigkeit
9. Die Konstruktion einer Zeitmaschine: Science-Fiction und die Vorstellung von Reisen durch die Zeit
10. Mahlstrom in die Zukunft: Science-Fiction und Klimawandel
11. Good Governance in der Zukunft: Science-Fiction und Demokratie
12. Menschheit der Zukunft: Science-Fiction und die Evolution der Menschheit im Universum
13. Erst-Kontakt: Science-Fiction und die Begegnung mit intelligentem Leben aus dem All
14. Die Kulturen der Aliens: Science-Fiction und Astrobiologie
15. 2000 Light Years from Home: Science-Fiction und Musik
Quellenverzeichnis der Essays
Literaturhinweise
Internet-Quellen

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  Über das Buch

Menschen sorgen sich um Leben und Tod, Gesundheit und Wohlstand, Macht und Einfluss. Ihre direkte Einflusssphäre ist das Alltagsleben, das sie gut und behaglich gestalten wollen, jedenfalls im reichen Westen, wo die Kriege und Konflikte fern  sind. Die Lebensspanne des Menschen im einundzwanzigsten Jahrhundert bezieht sich auf einen überschaubaren Zeitraum von ungefähr 80 Jahren und verliert sich im Vergessenwerden, wenn man die Generationen der Kinder und Enkel mitrechnet,  also spätestens nach ungefähr 150 Jahren. Diese Lebensspanne ist gering und vernachlässigbar im Angesicht der Ewigkeitszeiträume des Universums. Dennoch sollen die Zivilisation und die Kulturen der Menschen nicht gering geschätzt werden, denn  sie beruhen auf historischen Verständigungsprozessen, die den Menschen als politisches und kulturelles Wesen seit Jahrhunderten im Sinne der Aufklärung entscheidend geprägt haben. Es gibt viele Begriffe für diese Verständigung, die mit den  Begriffen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ der Französischen Revolution begannen und sich im einundzwanzigsten Jahrhundert mit dem Begriff „Achtsamkeit“ der buddhistischen Lehre kennzeichnen lassen. Der Dalai Lama versteht unter  „Achtsamkeit“ eine „tiefe Ebene des Denkens“, die „Klarheit des Geistes“, die Förderung des Glücks und die Überwindung des Leids hin zum Seelenfrieden.
     Die menschliche Tragödie kreist um Körper, Materie und Unwissenheit, während Buddhas Lehre auf Geist, Wissen und Weisheit abhebt. Im Zentrum des Buddhismus stehen Informationen über Lebensprozesse, die im Kreislauf von Leben, Tod und  Wiedergeburt erhalten bleibt. Diese Lebens-Information manifestiert sich in unterschiedlichen Erscheinungen, sie bleibt generell erhalten und kann sich durch die Kreisläufe hindurch vermehren und dabei wertvoller werden. Durch solche Vermehrungsprozesse steigen die Lebewesen in höhere Bewusstseinsebenen auf und gelangen zu fundamentalen Einsichten über die Ordnung im Universum. Nirvana ist schließlich der Zustand eines teilenden und für alles Leben fürsorglichen  universellen Altruismus. Die Lebens-Informationen im Sinne der Lehre Buddhas sind ewig und unzerstörbar, während das menschliche Schicksal eher einer Tragödie ähnelt, bezogen auf kurzfristige Ziele und gefälliges Verhalten im Alltag.
     Was wäre, wenn sich die uralten menschlichen Mythen über Tod und Wiedergeburt, die buddhistischen Glaubensvorstellungen und das neue kosmologische Denken mit ihren Theorien über das Multiversum und das „Anthropische Prinzip“ der Kosmologie verbinden ließen zu einer Vereinheitlichenden Spekulation über das ewige Leben, in der alles enthalten ist, was sich über Leben, Körper, Geist und Seele im Kleinen und im Großen in Erfahrung bringen lässt? Was könnte die Menschheit gewinnen, wenn es - irgendwann - nicht nur eine „Vereinheitlichende Theorie“ der Physik gäbe, sondern tatsächlich eine „Vereinheitlichende Theorie von Allem“, also eine Verschmelzung der Rolle menschlichen Lebens in Einsteins Universum auf sehr lange Sicht?
     Die sogenannte Science-Fiction Literatur hat dazu einige bemerkenswerte Ideen und Konzepte geliefert, die wiederum in ständigem Austausch mit den Naturwissenschaften stehen und interessante Ähnlichkeiten mit dem Buddhismus aufweisen, so dass sich eine nähere Betrachtung lohnen sollte. Die Erfahrungen des Menschen sind an den Planeten Erde geknüpft, aber es gibt eine Literaturgattung, die den Planeten verlässt und uns in ein unbekanntes Land entführt. Diese phantastische Literatur wird als „Science Fiction“ bezeichnet, also als „wissenschaftlich basierte Fiktion“ von Menschen oder anderen intelligenten Lebewesen, die Erfahrungen machen an anderen Orten, in anderen Zeiten oder in anderen Umständen als denjenigen, die an die Gegenwart des Planeten Erde gebunden sind. Science Fiction lässt dabei nicht alles zu, was beispielsweise in der Fantasie-Literatur denkbar und möglich ist, sondern nur das, was im Einklang steht mit dem gegenwärtigen Stand der naturwissenschaftlichen Theoriebildung in der Kosmologie und der experimentellen Praxis der Astronomie. Literarische Fiktionen sind also nach diesem Verständnis an die physikalischen Bedingungen in Einsteins Universum geknüpft.
     Interessanterweise hat sich die kosmologische Forschung in den letzten Jahrzehnten stark verändert und ist um die Dimension des Spekulativen und Phantastischen erweitert worden. Es geht, zumindest bei der Betrachtung eschatologischer, also finaler,
Zustände im Universum, nicht mehr um lineare Abhängigkeiten und gemessene Sicherheiten in der Theoriebildung, sondern fast schon um die spekulative Erweiterung des Arbeitsfeldes hin zu Überlegungen, die aus verschiedenen Glaubenskonzepten,
insbesondere denen des Buddhismus, entliehen zu sein scheinen. Damit verbinden sich Ewigkeitsbetrachtungen der Kosmologie und des Buddhismus zu qualitativ neuen Gedankenmodellen, die gespeist werden aus der phantastischen Literatur und diese gleichzeitig befruchten. Im Mittelpunkt steht dann oft die Tragödie des Menschen in seiner Winzigkeit, gemessen an kosmischen Maßstäben, und an seiner Sterblichkeit.
     Das vorliegende Buch stellt die Überlegungen und Konzepte für eine solche Synthese vor und stellt beachtenswerte Beispiele aus der Wissenschaft, der Literatur und verschiedenen Religionen vor, die den Lesern Einsichten in moderne Vorstellungen von der Rolle des Menschen im Universum geben können.

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