Das Himmelsschiff
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Einbanddeckel der Neuausgabe

Sophus Michaelis:
Das Himmelsschiff
Neuausgabe des 1926 erschienenen Romans nach dem dänischen Film Himmelskibet (1918)
Broschüre,193 Seiten, 26 Abbildungen, 2 Anhänge
17,50 € — ISBN 978-3-945807-10-1

Über den Verfasser
Inhaltsverzeichnis
Über das Buch
Standbilder aus dem Film

Sophus Michaelis

Sophus August Berthel Michaëlis (1865–1932) war ein dänischer Dichter deutscher (Vater) und spanischer (Mutter) Abstammung. Die vielfältigen Erfahrungen auf seinen Reisen nach Italien, Griechenland und Ägypten gaben ihm eine solide Basis für seine historischen Romane. Als Dichter, der seine Gefühle in eleganten Versen ausdrücken konnte, war Michaelis einer der beliebtesten Schriftsteller seines Landes. Zusammen mit Ole Olsen (1863–1943), einem dänischen Filmproduzenten, verfasste er das Drehbuch und 1921 allein den Roman Himmelskibet.
     Olsen betrieb seit 1905 ein eigenes Kino in Kopenhagen. Da er nach eigenen Worten gern mehr qualitativ hochwertige Filme zeigen wollte, als damals zur Verfügung standen, entschloss er sich 1906 zur Gründung einer eigenen Produktionsgesellschaft, der „Nordisk Film“.
     Holger Madsen (1878–1943) war ein dänischer Schauspieler, Drehbuchautor und vor allem Filmregisseur für die Filmgesellschaft „Nordisk Film“ insbesondere in der dänischen Stummfilmzeit. Seit 1911 schrieb er seinen Namen mit einem Bindestrich „Holger-Madsen“.

 

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Einbanddeckel der 1926 erschienenen Originalausgabe

Sophus Michaelis (1865–1932)
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Inhaltsverzeichnis

I. Der Nemi-See
II. Das giftige Gas
III. Gerettet
IV. Das Theater für astronomische Aufnahmen
V. In der Einzelzelle
VI. Die Deserteure
VII. Der Observatoriumskeller
VIII. Der Fall zum Mars
IX. Das Radiospektrum
X. Sonnenkammer und Erdstube
XI. Das fertige Buch
XII. Meteorregen
XIII. Im geschlossenen Sarge
XIV. Die Sonne kommt zurück!
XV. Der rote Planet
XVI. Erdegoismus
XVII. Marsatmosphäre
XVIII. Auf festem Grunde
XIX. Die Marsflieger
XX. Die erste Begegnung
XXI. Das Fliegen
XXII. Die Stadt und die Strafkluft
XXIII. Im Tempelwald
XXIV. Auf der siebenten Terrasse
XXV. Der Sündkrieg
XXVI. Priester des Schweigens
XXVII. Realstudien
XXVIII. Der Urschoß
XXIX. Der Unfruchtbarkeitspark
XXX Die Todesfahrt
XXXI. Der Kanal
XXXII. Die letzte Fahrt
Nachwort des Herausgebers
Personen- und Sachregister
Nachwort des Herausgebers
Anhang 1: Filmprogramm
Anhang 2: Standfotos

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Standbilder aus dem Film
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Über das Buch

In der frühen Phase des Stummfilms gehörte Dänemark zu den bedeutendsten Produktionsländern. Dänische Stummfilme mit ihren populären Darstellern fanden weite Verbreitung in Europa und hier ganz besonders in Deutschland. Zu den populären Hauptdarstellern gehörten nicht nur Asta Nielsen und das Schauspielerpaar Carl Schenstrøm und Harald Madsen („Pat und Patachon“), sondern auch Gunnar Tolnæs und Lilly Jacobson (u. a. in Die Lieblingsfrau des Maharadscha, 1917). Während des Ersten Weltkriegs wurden Filme nicht genehmen (z. B. pazifistischen) Inhalts von der deutschen Militärzensur verboten. Hierzu zählte auch der nach dem Roman Die Waffen nieder! von Bertha von Suttner schon 1914 nach dem Drehbuch von Carl Theodor Dreyer (Regie: Holger-Madsen) von Ole Olsen für die
„Nordisk Film“ produzierte dänische „Friedensfilm“ Ned med våbnene (auch Pax aeterna – der ewige Frieden). Erst nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 kam der Film auch in die deutschen Lichtspieltheater.
     Während der Stummfilmzeit hatte „Nordisk Film“ zu den weltweit erfolgreichsten Filmproduzenten gehört. Durch die immer größer werdende weltweite Konkurrenz aus Hollywood und durch den aufkommenden Tonfilm begann der Niedergang des Unternehmens. Insbesondere hatte es der dänische Film schwer, sich gegenüber der Ende 1917 gegründeten „Universum Film Aktiengesellschaft“ (UFA) zu behaupten, die nach Kriegsende die deutsche Filmwirtschaft und die Lichtspieltheater zunehmend mit eigenen Produktionen zu beherrschen begann. Gegen Ende der „guten Zeit“ des dänischen Films, im Sommer 1918, produzierte die „Nordisk Film“ unter der Regie von Holger-Madsen nach einem Drehbuch von Sophus Michaelis und Ole Olsen der Science-Fiction-Film Himmelskibet (deutsch: Das Himmelsschiff), der, 11 Jahre vor Thea von Harbous und Fritz Langs Frau im Mond gedreht, als einer der ersten abendfüllenden Spielfilme gilt, die die Raumfahrt zum Thema haben.
     Die pazifistische Botschaft des Films Himmelskibet (Dänemark war im Ersten Weltkrieg neutral) verstand sich als utopischer Gegenentwurf zur kriegerischen europäischen Umgebung des kleinen skandinavischen Landes. Die Reise und der Aufenthalt auf dem Mars mit dessen Bevölkerung und Gesellschaftsordnung erinnern an entsprechende Marsromane wie etwa Die Weltensegler und Vom Mars zur Erde von Albert Daiber (1857–1928), Jenseits des Zodiakus von Percy Greg (1836–1889) und Unter Marsmenschen von Oskar Hoffmann (1866–1928). Die schließliche Verbindung zwischen einem Erdenmenschen (Avanti) und einer Marsianerin (Marya) entspricht der Verbindung zwischen Saltner und La in Auf zwei Planeten (1897) von Kurd Laßwitz (1848–1910). Der Film ist 2006 vom Danske Filminstitut umfassend restauriert worden und auch als DVD mit dänischen und englischen Zwischentiteln veröffentlicht worden (vgl. die Standbilder im Anhang 2).
     Schon in der Stummfilmzeit war es üblich, ein „Buch zum Film“ parallel oder im Nachhinein zu präsentieren. In diesem Fall war es 1921 der gleichnamige Roman Himmelskibet von Sophus Michaëlis. In der deutschen Übersetzung hieß er Das Himmelsschiff. Der Vergleich des vorliegenden Romans mit der in Anhang 1 enthaltenen Inhaltsbeschreibung des Films macht deutlich, dass die Romanhandlung erheblich von der des Films abweicht: Während der Film eine optimistische Botschaft enthält, gekrönt durch die Verbindung zwischen dem männlichen Protagonisten Avanti mit der Marsianerin Marya, führt der Roman die Figur des italienischen Soldaten Ercole Sabene (deutsch: „Herkules Weiß-es-gut“) ein, der nach einem Gasangriff von der gemischtnationalen Mannschaft des kugelförmigen Raumschiffs „Kosmopolis“ (im Film hieß das einem Luftschiff ähnelnde Gefährt „Excelsior“) gerettet, geheilt und mit zum Mars genommen wird (allein die Schilderung dieser Reise nimmt die Hälfte des Romanumfangs ein), wo er allein eine geheime Expedition unternimmt, deren Ende offen bleibt; schließlich entpuppt sich die gesamte Erzählung als Todestraum Sabenes, der tot in einem Schützengraben des Weltkrieges gefunden wird.
Der weise Marsführer hat im Roman keine Tochter, es kommt zu keiner Verbindung eines Erdenmenschen mit einer Marsfrau. Die
eher bedrückende „Botschaft“ des Romans besteht im Wesentlichen in Überlegungen zu Geburtenkontrolle, Eugenik und Euthanasie, die in den 1920er Jahren nicht nur in Skandinavien und Deutschland verbreitet waren und an entsprechende Gedankengänge in Paolo Mantegazzas (1831–1910) Zukunftsroman Das Jahr 3000 erinnern.
Man merkt dem Roman seine Entstehungszeit kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an. In allen am Kriege beteiligten Ländern, nicht nur in Deutschland, wirkten seine Begleitumstände wie Tod, Verkrüppelung und Verelendung nach und hinterließen allgemein pessimistische Erwartungen. So kann der „Roman zum Film“ (was er ja nur dem Namen nach ist) in all seiner Düsternis und angesichts der handlungsarmen Erzählweise die Wirkung des Films auch nicht annähernd erreichen. Dennoch soll er gerade deshalb als Zeitdokument wieder erreichbar sein.
     Der Text ist an die seit 1996 geltenden neuen Rechtschreibregeln (Stand 2006) angepasst worden, ansonsten aber unangetastet geblieben; lediglich offensichtliche Schriftsatzfehler und falsche oder unübliche Schreibweisen sind stillschweigend berichtigt worden.

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