Sun Koh (1933–1936)
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Oben: Umschlagbild des Bandes 1 der Neuausgabe in 9 Bänden

Umschlagbilder der Nr.1 der 1. Auflage (oben) o. J. [1933] und der 3. Auflage (unten)  o. J. [ca. 1936]

Seite 9 der Bandes 1 der Neuausgabe. 16 Musterseiten können als PDF-Datei eingesehen werden

> Über Paul Alfred Müller (Lok Myler, Freder van Holk)
>
Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1
>
Titelverzeichnis

> Synopse mit sämtlichen
   Sun-Koh-Ausgaben seit 1933 als PDF

> 16 PDF-Musterseiten aus Band 1

> Band 1: Ein Mann fällt vom Himmel
> Band 2: Der lachende Teufel des Wassers
> Band 3: Piraten an Bord
> Band 4: Die Toten von San Miguel
> Band 5: Der Kaiser von Afrika
> Band 6: Fahrt durch das Weltall
> Band 7: Das schwere Wasser
> Band 8: 4000 Meter unter dem Meer
> Band 9: Atlantis

 

Paul Alfred Müller (= Lok Myler / Freder van Holk)
SUN KOH · Der Erbe von Atlantis
Neuausgabe der erstmals von 1933–1936 erschienenen Romanheftserie im Neusatz in 9 Bänden
Broschüren, je  ca. 480–490 Seiten (15 x 22 cm), mit Dokumentation und mehreren Abbildungen

Aus den Vorbemerkungen
Die Neuausgabe enthält die ungekürzten Texte der von 1933–1936 in 1. Auflage von Paul Alfred Müller unter dem Pseudonym Lok Myler verfassten und im Leipziger Verlag A. Bergmann mit einem Umfang von je 64 Seiten (Format ca. 11,9 x 15,6 cm) erschienenen Romanheftserie Sun Koh, der Erbe von Atlantis. Die Titel der Hefte sind aus dem Titelverzeichnis weiter unten ersichtlich.
     Der im Original in Fraktur gesetzte Text ist in Antiqua (Garamond Standard) umgewandelt und an die seit 1996 geltenden neuen Rechtschreibregeln angepasst worden, ansonsten aber unverändert geblieben; lediglich offensichtliche Rechtschreibfehler und falsche Schreibweisen, z. B. „Senor“ statt richtig (spanisch-mexikanisch) „Señor“ oder (portugiesisch-brasilianisch) „Senhor“ und „Exzelsior“ statt richtig (englisch) „Excelsior“ sind stillschweigend berichtigt worden, soweit sie nicht (z. B. mundartlich bedingt) als beabsichtigt erscheinen.
     Soweit der Text an einigen Stellen Aussagen und Formulierungen enthält, die heute zu Recht als unangemessen oder rassistisch gelten und daher aktuell vermieden werden (z. B. die Bezeichnung „Neger“ oder gar „Nigger“ für Nimba), distanzieren sich die Herausgeber ausdrücklich hiervon. Derartige Bezeichnungen und Textpassagen sind offenbar auf den damals (1933–1936) herrschenden „Zeitgeist“, insbesondere auf die erfolgte oder befürchtete Pressezensur, zurückzuführen.
     Es gab mindestens drei Auflagen der Bergmann-Heftausgabe. Die Nachauflagen sind an veränderten Umschlagbildern und/oder durch ein Sternchen hinter der Nummernangabe erkennbar. Die Nachauflagen-Texte sind mehr oder wenig stark bearbeitet worden. Die praktisch völlig neu geschriebenen Hefte 23, 29 und 36 werden den Bänden 2 und 3 der Neuausgabe als Anhang beigegeben. Ansonsten beschränkt sich die Neuausgabe (abgesehen von den Dokumentationen im Anhang) auf den ursprünglichen Text der Erstauflage.
     Etwa bis zur Mitte der Romanserie enthielten die Hefte auf der letzten Seite Jiu-Jitsu-Anleitungen. Diese Anleitungen werden im Anhang im Zusammenhang wiedergegeben.
     Die Abbildungen auf den Heftumschlägen (hier wegen des schlechten Zustands der Originalhefte oft restauriert wiedergegeben) wurden von Fritz Lattke gezeichnet. Friedrich Karl Lattke (* 1895 in Neuendorf bei Cottbus, † 1980 in Weimar) war ein sorbisch-deutscher Maler, Grafiker und Illustrator. Er gilt als bedeutender deutscher Landschaftsmaler des 20. Jahrhunderts. An dieser Stelle bedanken sich die Herausgeber herzlich bei Frau Elisabeth Lattke, die in Abstimmung mit der VG Bild und Kunst Erlaubnis für den Abdruck der Umschlagbilder erteilt hat, und bei Frau Marianne Ehrig, die uns seltene Originalausgaben zur Auswertung zur Verfügung gestellt hat.

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Wer ist Sun Koh? [Verlagswerbung 1933]
„Halbnackt, mittellos, ohne Erinnerung wandert ein Mann durch London. Licht flutet über einen herrlichen Körper voll geballter Energien, über ein kühnes, bronzenes Gesicht mit bannend leuchtenden Augen, auf dem die Edelreife einer jahrtausendealten Kultur liegt. Blitzschnell branden die Ereignisse hoch, ungeheuerliche Prophezeihungen raunen, die Welt hält den Atem an. Im Wirbel unerhörter Abenteuer kämpft ein Mann gegen verbrecherische Schurkerei, satanische Bosheit und verwirrende Irrlichterei mächtiger, geheimnisvoller Feinde um seine Bestimmung. Über das tosende, brüllende Chaos der Wolkenkratzer wie über versunkene Riesenstädte verschollener Völker rasen die Sensationen. Spitzenergebnisse letzter wissenschaftlicher Forschung, uralte Weisheit interessanter Grenzgebiete, modernste Technik und kaum geahnte Erfindungen werden zu furchtbaren Waffen dieses Kampfes voll hinreißender Wucht und atemraubender Spannung. Riesige Schätze, Macht, Haß und Liebe sind die Einsätze, aber hinter ihnen dämmert als wahres Ziel ein versunkener Erdteil, die sagenumwobene Atlantis. Wird sie schimmernd aus den rollenden Wogen des Ozeans wieder aufsteigen und wird Sun Koh, der Letzte der Atlanten, der sieghafte Erbe von Atlantis sein??“

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Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe
Im Folgenden wird den geneigten Lesern das Fundament der einzigartigen SUN-KOH-Heftserie vorgestellt. In vier Teilen zeigen wir, wie der Zeitgeist sich in dieser Serie materialisiert hat, wie technische Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, Ideologien und Ideen der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts sich in den Abenteuern um Sun Koh niederschlugen.
     Da sind zum einen die sich damals (1933–1936) am Horizont abzeichnenden Innovationen auf allen Gebieten der Wissenschaft. Dazu kommt der später einsetzende Einfluss der staatlichen Zensur. Weiter wird auf Robert Kraft als Ideenlieferant der Serie eingegangen und schließlich die Wiederverwendung der gesamten Serie oder einzelner Abenteuer in diversen Buch-, Taschenbuch- und Heftausgaben vorgestellt.
     Die Serie SUN KOH hat mehrere nachfolgende Autoren beeindruckt und beeinflusst: Nicht nur Walter Kempowski las heimlich die Hefte von "Lok Myler" (von ihm "Miehler" gesprochen), auch Walter Ernsting hat sich als "Clark Darlton" in mehreren seiner Romane inspirieren lassen und auch bei der Mitgestaltung der Serie PERRY RHODAN an SUN KOH gedacht: Der Untertitel "Der Erbe des Universums" erinnert stark an "Der Erbe von Atlantis" …

1. Innovationen
Dreh- und Angelpunkt dieser Heftromane sind die Bausteine „Atlantis“ und „technisch-wissenschaftliche Innovationen“. Paul Alfred Müller baute die seinerzeit diskutierten Entwicklungen auf allen Wissenschaftsgebieten regelmäßig in die Handlungen ein. Auf diese Innovationen wird im weiteren Verlauf der Neuausgabe jeweils ausführlich eingegangen werden. Generell ist dazu zu sagen, dass dies für eine in erster Linie auf jugendliche Leser ausgerichtete Heftserie ein ambitioniertes Vorhaben war. Damit unterschied sie sich erheblich von den damals dominierenden Serien wie HARALD HARST, ROLF TORRING, JÖRN FARROW, BILLY JENKINS oder JOHN KLING.
     Der zweite Anziehungspunkt der Serie, das Thema „Atlantis“, war in den zwanziger und dreißiger Jahren nahezu allgegenwärtig; theoretisch (in Sachbüchern) und fiktiv (in Romanen) befassten sich viele Autoren damit. Auch der Film nahm sich des Themas an. Gleich dreimal erschien der Mythos um Atlantis auf der Leinwand: 1921 in L’Atlantide, 1932 in Die Herrin von Atlantis und 1936 in Undersea Kingdom. Die Leser waren von der Ausrichtung der SUN-KOH-Abenteuer auf das Atlantis-Thema begeistert. Müller ging im Rahmen der Serie immer wieder auf die auf Platon zurückgehende Atlantis-Theorie ein.
     Das Vorhaben, die Prophezeiung vom Aufstieg des versunkenen Kontinents Atlantis Realität werden zu lassen, verschaffte Müller die Möglichkeit, zu seiner Verwirklichung Naturwissenschaft und Technik mit allen ihren zukünftigen Möglichkeiten heranzuziehen. Ob es nun neuartige Flugzeuge, chemische Kampfstoffe, alternative Energiequellen, neue Möglichkeiten der Stromspeicherung, drahtlose Energieübertragung, senderloses Fernsehen, dreidimensionales Kino, Gold aus dem Meer, Unsichtbarkeit oder Schwerkraftaufhebung waren: Alle diese Mittel versammelt der Held um sich für den „Tag X“, an dem es heißen wird: Wie verteidige ich mein Reich gegen die Großmächte, die versuchen werden, Ansprüche auf das Neuland geltend zu machen.
     Es ist faszinierend, den Spuren des Autors zu folgen, zu erkennen, worauf die Handlung der einzelnen Bände basiert. In der Erzählung Die mordende Quelle (SUN KOH Nr. 4) wird z. B. durch Zufall eine alte Quelle aktiviert. Aufgrund der darin enthaltenen Substanzen leiden die Benutzer der Quelle an einer Überempfindlichkeit der Haut gegen Sonneneinstrahlung. Die Leser haben diese Wirkungen damals wohl für irreal gehalten. Heute ist das Thema „Lichtallergie“ durch den Tod von Hannelore Kohl oder den Film The Dark Side of the Sun (1988) auch der breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden.

2. Zensureinflüsse
Als Paul Alfred Müller die vertraglichen Bedingungen für die „Produktion“ der SUN-KOH-Serie erhielt, hatte er natürlich schon einige Manuskripte fertiggestellt. Bereits im Herbst 1932 waren die Vorarbeiten dazu angelaufen. Es ist anzunehmen, dass der Start im Frühjahr 1933 erfolgte.
Von der ersten Nummer (Ein Mann fällt vom Himmel) existieren zwei Titelbildvarianten (siehe oben links). Die erste Auflage zeigt den mit einer Schusswaffe bedrohten Protagonisten bildfüllend, bei den Nachauflagen präsentierte der Zeichner Fritz Lattke Sun Koh ohne Gewaltdarstellung am Fallschirm über London einschwebend.
     Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 dauerte es eine gewisse Zeit, bis die neuen Machthaber ihr Kontrollsystem überall etabliert hatten. Am 2. Juni 1934 wurde die Reichsschrifttumskammer gegründet. Ab 1935 hatten alle Autoren (Verleger) ihre Manuskripte dort zur Vorzensur einzuliefern. Im Jahre 1938 erschien die erste „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ der Reichsschrifttumskammer. Danach durften die dort aufgeführten Titel nicht in Schaufenstern gezeigt, von Kolporteuren vertrieben oder an Jugendliche unter 18 Jahren ausgehändigt werden. Die Zunahme von Unterhaltungsliteratur war den staatlichen Stellen nicht geheuer. Es wurde dort sogar ein Zusammenhang zwischen derartiger Abenteuerliteratur und der Neigung von Jugendlichen zu Straftaten vermutet. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges nahm die Beliebtheit der Trivialliteratur sogar noch zu. In den Jahren 1940–1943 erschienen daher weitere Listen, wobei man bemerken muss, dass diese Listen kein direktes Verbot bedeuteten, sondern nur Vorbehalte gegenüber den Verkaufs- und Angebotsmöglichkeiten verzeichneten.
In den hier vorgelegten 17 Heften der Erstausgabe von 1933 konnte der Autor jedoch noch weitgehend frei von jeglicher Zensur seine Vision vom untergegangenen Atlantis entwickeln. Es ist anzunehmen, dass diese einflussfreie Periode sich bei der SUN-KOH- Reihe bis zur Nr. 48 der Erstauflage, Die weiße Hölle, hinzog. Bis zu diesem Zeitpunkt dominiert in der Serie das mystisch-geheimnisvolle Atlantis, Sun Koh wird als kommender Herrscher aller Ureinwohner Mittel- und Südamerikas vorgestellt. Der Einfluss der Zensur erstreckte sich zunächst nur auf die Fortführung der Serie. Die phantastischen Elemente des Atlantis-Mythos erschienen der Zensur als nicht geeignet für jugendliche Leser; daher durften sie nun in der Handlung keine beherrschende Position mehr einnehmen, was der SUN-KOH-Serie aus heutiger Sicht den eigentlichen Reiz nahm. Als Magnet für jugendliche Käufer blieb die Anziehungskraft der Reihe jedoch erhalten, die Hefte verkauften sich im Gegenteil hervorragend, es musste ständig nachgedruckt werden: Zusammen mit der Nummer 80 (geschätzt) erschien bereits eine zweite Auflage (ab ca. 1935). Bei dieser Auflage wurde von der Reichsschrifttumskammer stärker auf die älteren Manuskripte Einfluss genommen. Zum Teil wurden erhebliche Textänderungen gefordert, z. B. die sadistische Prügelszene Nimba/Lady Houston in Nr. 7 (Das zersprengte Dreieck) entfernt. Bei einigen Nummern mussten sowohl das Umschlagbild als auch die Titel geändert werden. Später (etwa ab ca. 1938) gab es noch eine dritte Auflage. Da beide Nachauflagen teilweise auch schon auf der Rückseite alle 150 Titel aufführen, sind die Hefte der Zweit- und Drittauflage ab ca. Nummer 60 kaum noch auseinander zu halten.
     Es hat sich eingebürgert, die Zweitauflage an dem kleinen Stern neben der Heftnummer zu identifizieren und die Drittauflage an den Seitenstreifen. Unterlagen zu den Publikationen des Bergmanns-Verlages haben sich nicht erhalten. Nach diversen Bombenangriffen auf Leipzig brannten Druckerei und Verlagshaus in einer Nacht nieder; damit verschwanden auch alle Schriftstücke, die dazu Auskunft hätten geben können.
     Müller war laut Helmut K. Schmidt, seinem engsten Freund und späteren Schriftsteller-Kollegen, ein Anwender der Jiu-Jitsu-Verteidigungskunst. Von daher ist zu vermuten, dass er auch für den Text der in den Heften abgedruckten Jiu-Jitsu-Anleitungen (zusammenhängend enthalten im Anhang 1 der vorliegenden Neuausgabe) verantwortlich war. Diese Verteidigungskunst wurde bis zur Nr. 97, Weiße Indianer (1935), fortgeführt. In diesem Heft wurde dann vermeldet, der Abdruck der Anleitungen werde eingestellt, da die weiteren Übungen ohne einen erfahrenen Lehrer zu schwierig seien.

3. Hintergründe und Parallelen
Paul Alfred Müller war ein fleißiger Leser und vielseitig interessierter Autor, und so tauchen in den SUN-KOH-Abenteuern die unterschiedlichsten Ideengeber auf.
Man stelle sich eine Abenteuerreihe vor, deren Held als ein „Mann mit einer Haut im Bronze-Ton“ beschrieben wird, der um sich mehrere Assistenten versammelt hat, Wissenschaftler, aber auch Männer der Physis. Zwei von Ihnen, mit den Spitznamen Monk und Ham (entsprechend Nimba und Hal Mervin), streiten sich ständig. Der Held kämpft mit Verbrechern um die Ausbeutung eines goldhaltigen Claims, der in Mittelamerika von Nachfahren der Mayas bewacht wird. Er versammelt um sich Innovationen auf dem Gebiet der Waffen und Instrumente, um für seine Aufgabe als „Kämpfer für Recht und Ordnung“ gewappnet zu sein. Und selbst der Schurke trägt mit „Juan“ den gleichen Vornamen wie die Widersacher in Müllers Abenteuergeschichten.
     Dies klingt frappant nach SUN KOH, es handelt sich aber um die amerikanische Pulp-Serie DOC SAVAGE. Die bei Street & Smith in New York erschienene Magazinreihe startete, wie SUN KOH, im Jahr 1933.
     Aber könnte Herr Müller diese ersten Ausgaben von DOC SAVAGE gekannt haben? Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Doch erstaunlich sind diese Übereinstimmungen schon. Eine 1975 in den USA erfolgte Verfilmung des Bronze-Mannes präsentiert einen Helden, der ebenso als Sun Koh fungieren könnte. Bei den Titelbildern dieser Pulpserie hätte allerdings die deutsche Zensur damals wahrscheinlich Einhalt geboten. Die in den siebziger Jahren im Rastatter Pabel-Verlag veröffentlichte DOC-SAVAGE-Taschenbuchreihe präsentierte dagegen bedeutend unverbindlichere Titelbilder.
Bei keinem Autor aber nahm Müller so viele Anleihen auf wie bei Robert Kraft (1869–1916) und dessen aus 60 Lieferungen bestehenden Kolportageroman Atalanta. Die Geheimnisse des Sklavensees (EA 1911). Duplizität der Ereignisse: Sowohl Robert Kraft als auch Paul Alfred Müller haben zeitweise im sächsischen Markkleeberg gewohnt, Kraft von 1897–1899, Müller von 1934–1948.
     Atalanta, dieser alte Lieferungsroman, wurde in den Jahren, in denen sich Müller mit der Unterhaltungsliteratur beschäftigte, immer wieder aufgelegt. In den Jahren 1918, 1919, 1922, 1924 erfolgte jeweils eine Neuauflage dieses Abenteuerromans. Unser Autor hat Krafts Atalanta wohl gründlich studiert und sich wahrscheinlich viele Notizen gemacht. Mit Sun Koh, der Erbe von Atlantis erlebte Atalanta eine Art Wiedergeburt. Im Gegensatz zu Krafts Weitschweifigkeit (sein Lieferungsroman umfasst 3839 Seiten) führte jedoch Müller die Handlung konsequent auf einen Höhepunkt zu. Eigentlich kann man erst bei der 1961 begonnenen und noch immer laufenden PERRY-RHODAN-Serie von einer vergleichbar konsequenten Fortführung eines Hauptthemas (Der Erbe des Universums), von einem Nachfolger sprechen.
     Robert Kraft, SUN KOHs „Schattenmann“, war in den Jahren zwischen 1903 und 1916 ein bekannter Vertreter der Kolportageliteratur, ein Kollege und Nachfolger Karl Mays. Die Parallelen zwischen Krafts Atalanta und Müllers Sun Koh sind nicht zu übersehen. Es besteht zwischen den beiden allerdings ein gravierender Unterschied: Bei Robert Kraft war „der Held“ – eine Heldin! Sie ist die Letzte der Mohawks, er ein Nachfahre des letzten Königs von Atlantis. Sie trägt auf ihrem Rücken eine zu Anfang unsichtbare Tätowierung, die erst sichtbar wird, wenn sie „mannbar“ geworden ist. Eine tätowierte Karte weist zu einem im Schwansee versenkten Schatz. Müllers Protagonisten wird prophezeit, dass an seinem 28. Geburtstag auf seiner Brust eine Schrift erscheinen wird. Aber auch Kraft hat diese Idee der Schatz-Tätowierung von einem anderen Autoren übernommen: Der Brite Henry Rider Haggard (1856–1925) hat in Mr. Meeson’s Will (EA 1888) bereits eine Frau mit einer ähnlichen Tätowierung eingeführt. In diesem Roman lässt Mr. Meeson kurz vor seinem Tode auf einer einsamen Insel sein Testament auf den Rücken einer jungen Frau tätowieren. Es ist durchaus denkbar, dass Robert Kraft diesen Roman gekannt hat.
In diversen SUN-KOH-Abenteuer stößt man immer wieder auf Fundstellen, die zu Krafts Lieferungsroman führen.

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4. Wiederbelebungen
Seit dem Startjahr 1933 ist der Held bis zum heutigen Tage nun schon 80 Jahre lang auf dem Markt der Unterhaltungsliteratur präsent. Im Jahre 1939 hatte der Autor sogar geplant, die Serie fortzusetzen; wegen des begonnenen Krieges konnte dieses Vorhaben aber nicht verwirklicht werden.

4.1 Phantastische Romane (Bergmann-Verlag, 1937)
Bei den 1932 stattgefundenen Vertragsverhandlungen zwischen Verlag und Autor hatte sich Müller ausbedungen, dass er diese Erzählungen später in Buchform veröffentlichen durfte. Der Verfasser dachte daran, jeweils vier zusammengehörende Abenteuer als Buch herauszubringen. Und tatsächlich erschienen die ersten vier Episoden bereits am 2. April 1937 im Bergmann-Verlag als Leinenausgabe unter dem Titel Ein Mann fällt vom Himmel. Der Inhalt der nächsten nachfolgenden Hefte 5–8 erschien kurz darauf als Kampf um die Sonnenstadt als Buch.
Die geplante Vierer-Einteilung der SUN-KOH-Erzählungen konnte Müller allerdings nicht ganz einhalten. So enthielt das dritte SUN-KOH-Buch, Die schwebende Burg, keine kontinuierliche Folge der Abenteuer, sondern die Hefte 10, 11, 14 und 15.
     Gegen Ende 1937 lagen diese drei Bände vor. Geplant war die Zusammenfassung der kompletten Heftserie in einer Reihe von sechs Büchern.
Erstaunlicherweise verzichtete der Verlag auf die werbewirksame Nennung des eingeführten Namens SUN KOH. Der Bergmann-Verlag betrieb jedoch eine umfangreiche Werbung für diese Romane: Auf einem Plakat, dessen Motiv den Schutzumschlag des SUN-KOH-Buchs Der fressende Kreis illustriert hatte, wurden sie als „Phantastische Zukunftsromane“ bezeichnet. Auch in den parallel erscheinenden JAN-MAYEN-Heften wurde für die Bücher geworben.
     Doch kehren wir kurz zur SUN-KOH-Buchausgabe zurück. Bereits ein Jahr nach dem Auslaufen der Erstauflage der SUN-KOH-Heftserie, als schon Nachauflagen kursierten, brachte der Verlag 1937 den ersten Band der „Unwahrscheinlichen Geschichten“, in den späteren Auflagen im Untertitel als „Phantastische Romane“ bezeichnet, heraus. Der Zeichner Walter Rosch (1900–1975) stattete den Schutzumschlag mit einer Visualisierung des absturzsicheren Müller’schen Röhrenflugzeugs aus (siehe hierzu Heft 3). Die einzelnen Bände erschienen in grünem und rotem Leinen, die letzten vier Titel nur noch in Halbleinen und ohne Nummerierung. Die Bände kosteten je 3,85 Reichmark. Der Autor hatte die Texte von vier Heften mit einer kleinen Überleitung zusammengeführt und in idealer Weise zu einer Buchfassung vereint. Die Titelbilder der ersten Ausgaben zeichnete Walter Rosch, die Titelbilder der 1938 erschienenen Zweit- und Drittauflage und der Folgebände Oswald Weise (1880–?). Von den Schutzumschlägen Walter Roschs haben sich leider nicht viele erhalten, dabei treffen gerade sie die geheimnisvolle Atmosphäre der Handlungen in adäquater Weise. Die Titelbilder der nachfolgenden Auflagen von Oswald Weise sind moderner, technischer orientiert, wirken dagegen etwas kühler. Dies ist jedoch ein rein subjektives Urteil.

4.2 Die Seifenblasen des Herrn Vandenberg (Bergmann-Verlag, 1939)
Neben den SUN-KOH-Heften, die im Rahmen der SUN-KOH-Bücher eingesetzt wurden, gab es noch eine Nummer aus dem Bereich der 17 hier vorgelegten Hefte, die eine Wiederauferstehung in Buchform erlebte. Es handelt sich um die Nr. 12, Der eisige Blitz, die Geschichte einer Erfindung, bei der man durch die Versetzung von Metallgegenständen in tiefe Temperaturen diese zu elektrischen Speichern umwandeln konnte.
     Im Dezember 1939 brachte der Bergmann-Verlag Müllers aus heutiger Sicht wohl spektakulärsten utopischen Roman heraus. Er trug den harmlos klingenden Titel Die Seifenblasen des Herrn Vandenberg und wurde vom Verlag sicherheitshalber als „Münchhausiade“ bezeichnet.
     Die Handlung war auch weit in die Zukunft verlegt worden – ins Jahr 2004. Im Roman, den man eigentlich als Novellenband mit Zwischentexten bezeichnen kann, wurde in der ersten Abteilung unter der Bezeichnung „Das eisige Feuer“ das SUN-KOH-Heft 12, Der eisige Blitz, wiederverwendet. Abweichend von den üblichen Zeichnern der Schutzumschläge der Buchreihe der „Phantastischen Romane“ wurde in diesem Fall ein K[arl]. Bloßfeld (1892–1975?) engagiert. Er setzte den Titel in kongenialer Weise optisch um.
     Von einer Neuauflage dieses Feuerwerks an Ideen hatten sowohl der Borgsmüller- als auch der Gebrüder-Weiß-Verlag Abstand genommen. Erst 2011, nach über siebzig Jahren, erschien im Verlag von Dieter von Reeken, Lüneburg, eine Neuausgabe dieses ebenso seltsamen wie seltenen Werkes.

4.3 Sun Koh. Der Erbe von Atlantis (M.-Zube-Verlag, St. Konrad, 1948)
Nach Kriegsende dauerte es nur drei Jahre, ehe der bronzehäutige Held wieder die Bühne betrat. Aufgrund der größeren presserechtlichen Freiheiten, die den österreichische Verlegern zuteil wurden, konnten dort schon sehr früh wieder Heftromane erscheinen. So hing im Jahre 1948 an den Wiener Kiosken und Trafiken u. a. auch ein kleines (Sedezformat) unscheinbares Heftchen mit dem Titel Ein Mann fällt vom Himmel. Verfasser war ein gewisser Jan Holk. Unter dem daraus abgewandelten Pseudonym Freder van Holk wurde Müller im Laufe der folgenden Jahre bekannt. Merkwürdigerweise wurden in den Unterlagen zu dieser frühen SUN-KOH-Variante keine Verträge vorgefunden. Der Text dieser österreichischen Ausgabe erschien im Maria-Zube-Verlag, St. Konrad bei Gmunden, Österreich; parallel dazu existiert auch noch eine schweizerische Version (Auslieferung über den Kommissions-Verlag A. Walter in Olten, Schweiz). Die Texte waren gegenüber der Erstausgabe bearbeitet, Jahreszahlen aktualisiert, kleinere sprachliche Unebenheiten beseitigt, technische Angaben, z. B. zu erzielten Geschwindigkeiten, verändert worden
Die ersten Nummern sind mit großer Wahrscheinlichkeit in Eigenregie des kleinen Verlages vorbereitet worden. Es handelt sich größtenteils um einen Nachdruck der 2. oder 3. Auflage des Bergmann-Verlages; die Jiu-Jitsu-Anleitungen waren entfallen. Zwischen 1948 und 1952 erschienen acht Ausgaben, die Hefte 1–3 im Kleinformat, die letzten fünf Titel im gebräuchlichen Mittelformat. Nach dem Erscheinen der Hefte 1–6 trat eine Pause von vier Jahren ein, ehe die beiden letzten Nummern veröffentlicht wurden. Dies ist ein deutliches Indiz für die Probleme, die die Verlage in jenen ersten Nachkriegsjahren mit der Papierknappheit hatten. Nicht förderlich für den Absatz war möglicherweise auch die wirre Titelbildgestaltung.

4.4 Sun Koh. Der Erbe von Atlantis (Planet-Verlag, Braunschweig, 1949)
Noch während die österreichische Ausgabe lief, nahm der Autor Kontakt zu einem westdeutschen Verlag auf. Im Braunschweiger Planet-Verlag, der damals noch Löwen-Verlag hieß, hatte Müller seit 1948 Manuskripte zu den Heftreihen ERLEBNIS-ROMANE und SAMMLUNG SPANNENDER ERLEBNISSE geliefert. Dort erschien dann auch ab März 1949 erneut die SUN-KOH-Heftreihe. Der Vertrag vom 30. Juli 1948 legte fest, dass diese Ausgabe nicht für die Absatzgebiete Österreich und Schweiz gelten solle. Spätestens vier Monate nach Vertragsunterzeichnung sollte das erste Heft erscheinen; es dauerte aber bis zum Frühjahr 1949, ehe das erste Heft ausgeliefert wurde. Die Auflage wurde vorerst auf 20 000 Exemplare festgelegt. Die Verlagsplanung sah nach § 4 des Vertrages vor, die Auflage später auf 50 000 Exemplare zu erhöhen.
     Alle vierzehn Tage hingen nun die Hefte mit dem zunächst einfarbigen, später mehrfarbigen Umschlag am Kiosk. Im Vergleich zur österreichischen Ausgabe ist diese bedeutend stärker redigiert worden. Bei den ersten Nummern hatte P. A. Müller, der sich nun Freder van Holk nannte, diese Aufgabe noch übernommen. Entfernt wurden Passagen, in denen Dialekte eingesetzt waren; moralische Gesichtspunkte spielten nun eine große Rolle, dementsprechend wurde verändert. Jeder Anklang an Gedankengut des „Dritten Reiches“ wurde ausgemerzt. Die Neuausgabe im Planet-Verlag geht zum Teil auf die Erstauflage, zum Teil aber auch auf die zweite oder dritte Vorkriegsauflage zurück. Von den ersten Ausgaben existieren zwei Varianten; bis zur Nr. 11 sind diese Unterschiede bekannt. Die Hefte 1 und 2 erschienen sogar mit unterschiedlichen Titelbildern. Diese seltenen frühen Hefte weisen auf dem Umschlag keinen Verfasser auf, und es fehlt auch der Preisaufdruck. Die hauptsächlich bekannte Ausgabe weist bis zur Nr. 25 (nach einem anfangs gelben) einen orange getönten Heftumschlag auf.
     Diese Braunschweiger Ausgabe ist, abgesehen von den starken Eingriffen in die Textfassung, die wohl bekannteste und vom zeichnerischen Standpunkt aus gesehen die attraktivste SUN-KOH-Variante.

4.5 Sun-Koh-Abenteuer (Borgsmüller-Verlag, Münster, 1958)
Ein Vertrag zwischen Autor und Borgsmüller-Verlag, Münster, vom 22. Oktober 1957 vermerkt, dass die Rechte für eine eventuelle neue Heftausgabe beim Autor verbleiben. Pro Manuskript wurde eine Zahlung von 800,00 DM vereinbart. Die Belege für den Autor sollten in Ganzleinen gebunden sein.
     Im Februar des Jahres 1958 kündigte der Verlag in seiner Werbung an, dass die alte Heftserie in moderner Bearbeitung in Buchform erscheinen werde. Vorgesehen seien 15 Bände, die in monatlichem Zyklus veröffentlicht werden sollten. Der Borgsmüller-Verlag war einer jener typischen Zulieferer für die damals explosionsartig angewachsene Zahl der Leihbüchereien. Bis 1960 gab es fast 28 000 derartige Ausleihstationen. Die Auflage der Leihbücher lag allerdings zuerst nur bei 3000–3500 Exemplaren, der Preis für eines dieser SUN-KOH-ABENTEUER-Leih bü cher betrug 6,80 DM. Neben den Supronyl-Ausgaben brachte Borgsmüller teilweise auch Bände in Ganzleinen mit Goldschrift und Rotschnitt heraus. Stolz verkündete der Verlag, dass der erste Band sofort vergriffen gewesen sei und nachgedruckt werden musste, was ein deutliches Indiz dafür ist, dass der Bekanntheitsgrad der SUN-KOH-Heftserie in der Bevölkerung noch verankert war. Generell ist zu dieser Ausgabe zu bemerken, dass nun die Originaltexte zum Teil radikal gekürzt, ganze Kapitel später neu geschrieben wurden. Aus deutschen Nebenfiguren machte Müller im Verlauf der einzelnen Bände, offenbar dem Zeitgeschmack der Leserschaft angepasst, Amerikaner und Engländer.
     Auch Zeiten und Orte der Handlung machten Veränderungen durch. Titel und Zusammenstellungen der ersten drei Bücher des Borgsmüller-Verlages sind noch weitgehend mit den ersten Heften der Bergmann-Erstausgabe identisch. Auf die weiteren Veränderungen wird im Laufe der nächsten Bände der vorliegenden Neuausgabe jeweils besonders eingegangen.

4.6 Die phantastischen Abenteuer von Sun Koh (Pabel Verlag, Rastatt, 1978)
Im März 1978, acht Jahre nach dem Tod des Autors, startete der Pabel-Verlag die SUN KOH-ABENTEUER als Taschenbuch-Ausgabe. SUN KOH präsentierte sich nun im neuen Gewand mit modernen Titelbildern des jugoslawischen Grafikers Nikolai Lutohin (1932–2000). Er machte zwar aus dem bronzefarbenen Helden einen weißhaarigen Hippie, seine Umschlagillustrationen waren aber gegenüber der Borgsmüller-Leihbuchausgabe bedeutend gekonnter ausgeführt. Er verschaffte den futuristischen Vehikeln des alten Serienhelden ein modernes Erscheinungsbild. Die Pabel’sche Taschenbuchausgabe geht zwar auf die Borgsmüller-Ausgabe zurück, merkwürdigerweise hielt man sich aber (ab gesehen von den Bänden 1–5) nicht an deren Reihenfolge. Die gesamte Taschenbuchausgabe wurde von Heinz Reck bearbeitet. Bereits die Borgsmüller-Leihbuchausgabe hatte sich nur locker an die Texte der Heftserie gehalten; mit der neuerlichen Bearbeitung entfernte man sich noch weiter vom Original. Vor allen Dingen wurden technische Details auf den aktuellen Stand gebracht. Aus Schwebefliegern wurden Helikopter, es tauchten nun Surfbretter, „Wanzen“, Transistoren oder Telexgeräte auf. Unverständlich ist es aber, dass viele interessante Fakten und Theorien über Atlantis sowie über andere Hochkulturen erbarmungslos zusammengestrichen wurden. Gerade die faszinierende Kombination vom abenteuerlichen Helden mit seiner Verbindung zur Atlantis-Sage, die Ausschmückungen der Erlebnisse mit wissenschaftlichen und pseudo-wissenschaftlichen Erkenntnissen, das geheimnisvolle Fluidum alter Kulturen, all dies fiel der Bearbeitung zum Opfer. Die zauberhafte Wirkung, die der Held auf seine Mitmenschen hatte, die Anerkennung, die er als Erbe eines alten Königsgeschlechts bei allen Atlantis-Nachkommen genoss, diesbezügliche Szenen verschwanden aus dem Text. So entstand eine Reihe, die sich von durchschnittlichen Abenteuerreihen nur unwesentlich unterschied.

4.7 Sun Koh. Dder Erbe von Atlantis (SSI-Verlag, Zürich, 2005)
Mit einem Umfang von fast 500 Seiten startete 2005 der SSI-Verlag in Zürich eine SUN KOH-Buchausgabe, die auf 31 Bände mit dem Inhalt von jeweils fünf Heften angelegt war. Band 1 mit dem Titel Ein Mann fällt vom Himmel enthielt wie geplant die Hefte 1–5. Auf dem grafisch sehr ansprechend gestalteten Buchumschlag steht u. a.: „Ungekürzte Gesamtausgabe inkl. umfangreicher Dokumentation“. Und tatsächlich haben wir es hier mit einem ambitionierten Vorhaben zu tun, das aber leider nach dem 2005 erschienenen ersten Band nicht fortgesetzt wurde. Die Herausgeber Markus R. Bauer und Rolf A. Schmidt haben bei der Ausstattung dieses Buches Pionierarbeit geleistet. Allein der reichhaltig illustrierte Anhang umfasst 196 Seiten und geht ausführlich auf alle Facetten der Serie ein.
     So interessant und faktenreich waren die SUN-KOH-Heftserie mit ihren drei Auflagen und ihre sämtlichen Nachfolgeausgaben bisher noch nie untersucht worden. Umso bedauerlicher ist es daher, dass diese Buchausgabe nicht fortgesetzt worden ist.

4.8 Sun Koh Der Erbe von Atlantis (Mohlberg-Verlag, Köln, ab 2013)
Der Kölner Mohlberg-Verlag begann im Januar 2013 mit einer Neuausgabe der Borgsmüller-Leihbuchfassung als broschierter Ausgabe („Softcover“). Es werden jeweils zwei der Borgsmüller-Leihbücher in einem Band zusammengefasst. Das Format änderte sich von ca. 12,5 x 18,0 cm auf 14,85 x 21,0 cm (DIN A 5). Geplant ist ein Veröffentlichungsmodus von je sechs Ausgaben pro Jahr. Das bedeutet bei vorhandenen 37 Borgsmüller-Bänden einen Veröffentlichungszeitraum von etwa sechs Jahren.

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Band 1: Ein Mann fällt vom Himmel (Hefte 1–17, 489 Seiten, 95 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-73-4
Inhalt: 1 Ein Mann fällt vom Himmel | 2 Ein Fetzen Pergament | 3 Sensation um Strohhalme | 4 Die mordende Quelle | 5 Schach dem Tode | 6 Der Schatz der Mayas | 7 Das zersprengte Dreieck | 8 Die Menschenfalle | 9 Das hypnotisierte Unterseeboot | 10 Das Gas des Wahnsinns | 11 Der Friedhof des Atlantik | 12 Der eisige Blitz | 13 Schüsse über Arizona | 14 Der Cañon des Todes | 15 Die schwebende Burg | 16 Geschoß auf Abwegen | 17 Der Tau der Hölle

Anhang 1: Jiu-Jitsu-Anleitungen 1–17
Anhang 2: Über Paul Alfred Müller alias Lok Myler, Freder van Holk u. a.
Anhang 3: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 1–17
Anhang 4: Sun-Koh-Titelverzeichnis 1–150

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 2: Der lachende Teufel des Wassers (Hefte 18–32, Nachauflagen der Nrn. 23 und 29 als Anhang, 473 S., 69 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-74-1
Inhalt: 18 Wirbel um Diamanten | 19 Der flüsternde Knoten | 20 Die Schleier des Kondors | 21 Der Geist der Inka | 22 Das verschlossene Reich | 23 Das entfesselte Hormon [Nachauflage „Der entfesselte Blutstoff“; im Anhang enthalten] | 24 R 2 sinkt | 25 Die schwimmende Goldfabrik | 26 Die Schatten von Lissabon | 27 Die sprechende Schleuse [Abdruck der Nachauflage vorgesehen für Band 7] | 28 Brennende Luft [Abdruck der Nachauflage vorgesehen für Band 8] | 29 Die lebende Rakete [Nachauflage „In den Katakomben von Malta“; im Anhang enthalten] | 30 Die rote Stadt | 31 Der lachende Teufel des Wassers | 32 Der lächelnde Tod

Anhang 1: Der entfesselte Blutstoff (Neufassung des Heftes 23 ab der 2. Auflage)
Anhang 2: In den Katakomben von Malta (Neufassung des Heftes 29 ab der 2. Auflage)
Anhang 3: Jiu-Jitsu-Anleitungen 18–32
Anhang 4: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 18–32
Anhang 5: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 6: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 7: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 3: Piraten an Bord (Hefte 33–48, Nachauflage der Nr. 36 als Anhang, 481 S., 72 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-75-8
Inhalt: 33 Eine Spritze Tollwut | 34 Die Schlangenfalle | 35 Die Gefangene der Pharaonen | 36 Die künstliche Seele [Nachauflage „Juan Garcia entflieht“; im Anhang enthalten] | 37 Der mordende Schall | 38 Irrlichter über Saigon | 39 Der Tiger von Angkor | 40 Die Krone der Khmer | 41 Die gestreifte Nase | 42 Dynamit unter Hongkong | 43 Das verrückte Schiff | 44 Götter der Einsamkeit | 45 Die Faust der Erde | 46 Piraten an Bord | 47 Die Rache der Verschmähten | 48 Die weiße Hölle

Anhang 1: Jiu-Jitsu-Anleitungen 33–48
Anhang 2: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 33–48
Anhang 3: Juan Garcia entflieht (Neufassung des Heftes 36 ab der 2. Auflage)
Anhang 4: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 5: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 6: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 4: Die Toten von San Miguel (Hefte 49–65, 477 S., 65 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-80-2
Inhalt: 49 Alaska-Jim | 50 LFD-103 überfährt alle Signale | 51 Die flüssige Pest | 52 Die Toten von San Miguel | 53 Der weiße Sultan | 54 Der Atlas brennt | 55 Fesseln der Tuareg | 56 Flucht durch die Wüste | 57 Vorpostengefecht | 58 Die witternde Meute | 59 Die Unsichtbaren | 60 Der Damm der Verzweiflung | 61 Der fressende Kreis | 62 Das funkelnde Grab | 63 Flucht ins Gefängnis | 64 Die Brüder der sinkenden Sonne | 65 Die Gefangenen Buddhas

Anhang 1: Jiu-Jitsu-Anleitungen 49–65
Anhang 2: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 49–65
Anhang 3: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 4: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 5: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 5: Der Kaiser von Afrika (Hefte 66–82, 481 S., 65 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-81-9
Inhalt: 66 Die Rache Tibets | 67 Jimmy Beckett wird ernst | 68 Die zerfetzte Brücke | 69 Die fliegenden Geister | 70 Die Spur Nippons | 71 Kampf im Dreieck | 72 Der rächende Sturz | 73 Das blinde Genie | 74 Attentat auf den Südpol | 75 Die Meuterer | 76 Die goldene Insel | 77 Das Tal der Sklaven | 78 Sydney–Blaue Berge und zurück | 79 Mensch verloren | 80 Die mechanische Hypnose | 81 Weiße Neger | 82 Der Kaiser von Afrika

Anhang 1: Jiu-Jitsu-Anleitungen 66–75 (in Heften 66–70, 73, 75, 77, 79, 82)
Anhang 2: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 66–82
Anhang 3: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 4: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 5: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 6: Fahrt durch das Weltall (Hefte 83–99, 477 S., 58 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-83-3
Inhalt: 83 Der verschwundene Tiefseekreuzer | 84 Der Atlantikpirat | 85 Der ehrliche Finder | 86 Der verzauberte Wald | 87 Der fremde Hut | 88 Chikago auf Abstecher | 89 Rakete am Start | 90 Fahrt durch das Weltall | 91 Der Diamantenfluß | 92 Mord am Tibagy | 93 Gericht der Garimpeiros | 94 Der verbrecherische Automat | 95 Trommeln am Amazonenstrom | 96 Die fiebernde Hölle | 97 Weiße Indianer | 98 Gesetz über Leben und Tod | 99 Die Schlinge

Anhang 1: Jiu-Jitsu-Anleitung 76 (in Heft 84)
Anhang 2: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 83–99
Anhang 3: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 4: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 5: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 7: Das schwere Wasser (Hefte 100–116, Nachauflage der Nr. 27 als Anhang, 495 S., 56 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-84-0
Inhalt: 100 Der entführte Gefangene | 101 Diplomaten und Verbrecher | 102 Jack Dudle hat Erfolg | 103 Die schwarze Schnur | 104 Das zerbrechende Haus | 105 Minen unter Ophir | 106 Flucht aus dem Sklavental | 107 Das schwere Wasser | 108 Die verlorene Karawane | 109 Die klopfenden Geister | 110 Die brennenden Tempel | 111 Explosion an Bagger sieben | 112 Volk unter Tag | 113 Der Gefühlssender | 114 Notboje auf dem Ozean | 115 Pyramide unter Wasser | 116 Harry Shurman funkt

Anhang 1: Die sprechende Schleuse (Neufassung des Heftes 27 ab der 2. Auflage)
Anhang 2: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 100–116
Anhang 3: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 4: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 5: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 8: 4000 Meter unter dem Meer (Hefte 117–133, Nachauflage der Nr. 28 als Anhang, 485 S., 44 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-85-7 -
Inhalt: 117 4000 Meter unter dem Meer | 118 Der Feigling | 119 Die Felsbogen Ranch | 120 Indianer am Wege | 121 Der steinerne Wald | 122 Der Schatz aus dem Weltenraum | 123 Die Stadt der Blinden | 124 Dr. Crage spielt aus | 125 Und Zipp atmet | 126 Kampf ums Tal | 127 Männer unter Masken | 128 Die Räuber vom Pfirsichblütenberg | 129 Die Nacht der Befreiung | 130 Die goldene Kassette | 131 Die Insel des Unheils | 132 Diamanten oder Dynamit | 133 Männer unter dem Eis

Anhang 1: Brennende Luft (Neufassung des Heftes 28 ab der 2. Auflage)
Anhang 2: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 117–133
Anhang 3: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 4: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 5: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

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Band 9: Atlantis (Hefte 134–150, 477 S., 75 Abb.) — 27,50 € — ISBN 978-3-940679-86-4 -
Inhalt: 134 Die Stunde der Kameradschaft | 135 Mammutjäger | 136 Alles Böse trägt seinen Stachel in sich | 137 Mordpalaver | 138 Das rotgefederte Ei | 139 Nimbas Tod | 140 Der große Unbekannte | 141 Zwischenfall | 142 Tarnung | 143 Der Falsche | 144 Robert Dunn verkauft | 145 Der Schatten des Größeren | 146 Hammer oder Amboß | 147 Die Masken fallen | 148 Das letzte Zeichen | 149 Vulkane im Atlantik | 150 Atlantis!

Anhang 1: Dokumentation zu den Sun-Koh-Heften 134–150
Anhang 2: Sun-Koh-Heft-Titelverzeichnis 1–150
Anhang 3: Sun-Koh-Leihbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 4: Sun-Koh-Synopse mit sämtlichen Ausgaben seit 1933
Anhang 5: Sun-Koh-Taschenbuch-Titelverzeichnis 1–37
Anhang 6: Jan Mayen. Die Sun-Koh-Nachfolgeserie
Anhang 7: Jan-Mayen-Titelverzeichnis 1–120 (1936–1938)
Anhang 8: Bibliografie der serienunabhängige utopisch-technischen Romane von P. A. Müller alias Lok Myler, Freder van Holk und Werner Keyen

Siehe zum Inhalt auch die obigen Auszüge aus der Dokumentation zu Band 1 der Neuausgabe.

Texte: Copyright © 2013/14 Heinz J. Galle / Dieter von Reeken

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Atlantis – ein Begriff, der seit mehr als zweitausend Jahren im Bewusstsein der Menschheit verankert ist. Atlantis – ein Mythos im wahrsten Sinne des Wortes. Atlantis – ein Stichwort, das bei „Google“ über 800 000 Ergebnisse zeitigt. Immer wieder hat der Mythos „Atlantis“ die Menschen in aller Welt bewegt.

Der Atlantis-Begriff war zwar in der Belletristik und in der Sachbuchliteratur allgegenwärtig, war und ist aber auch in völlig anderen Segmenten des Kulturbereiches anzutreffen, wie zum Beispiel in der Musik oder der Weltraumfahrt. Noch zu Lebzeiten Paul Alfred Müllers hatte der britische Sänger Donovan, eine Ikone der „Flower-Power-Bewegung“, mit dem Song Atlantis (1969) einen Welthit. Die NASA benannte 1984 ihr Space Shuttle nach dem Forschungsschiff „Atlantis“. Von 1985 bis 2011 war diese Raumfähre im Einsatz.

Doch nicht nur im Bereich der Erwachsenen, auch im für Kinder bestimmten Sektor tauchte regelmäßig der Begriff „Atlantis“ auf. In der Jugendzeitschrift Dalla (1953–1954; Waso (= Welt am Sonnabend) befasste man sich zum Beispiel mit diesem Thema. Die Ausgabe Nr. 2 des Jahres 1953 präsentierte ein Titelbild, auf dem die Ruinen des versunkenen Kontinents unter dem Ruderboot eines Fischers zu erkennen sind. Dabei orientierte sich der Zeichner in diesem Falle an der Theorie des Pastors Jürgen Spanuth, der Atlantis in der Nordsee entdeckt haben wollte.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass kurz nachdem die Borgsmüller-Leihbuchausgabe ausgelaufen war, eine Atlantis-Heftreihe auf den Markt kam. Sie trug den Serientitel Torgo, Prinz von Atlantis und erschien in den Jahren 1962–1963 im Wiener Mauerhardt-Verlag und stammte aus der Feder des österreichischen Schriftstellers Karl Hans Koizar (1922–2005), der sich hier hinter dem blumigen Pseudonym „Charles de Clermont“ verbarg. Vom Alter her wäre es denkbar, dass Koizar die Bergmann-Ausgaben kannte, außerdem erschien war ja auch noch in den Jahren 1948–1952 eine österreichische Sun-Koh-Ausgabe in acht Heften im MZ-Verlag, St. Konrad bei Gmunden, erschienen. Von der Konzeption der Torgo-Reihe her ist allerdings keine Verbindung zu Sun Koh herzustellen. In den 14 erschienen Heften wird eher dem „Sandalen-Film“, den Bibelverfilmungen Hollywoods gehuldigt, was schon die verwendeten Filmbilder auf den einzelnen Heftumschlägen verraten. Die Handlung beginnt in der Blütezeit von Atlantis und übersteht sogar den Untergang des Reiches (Heft 4, Die letzten Tage von Atlantis; Heft 5, Atlantis’ Untergang).

Es war P. A. Müllers geniale Idee, eine Heftserie zu konzipieren, in deren Mittelpunkt ein Held steht, der als Maya-Nachkomme prädestiniert ist, mit dem Atlantis-Mythos in Verbindung gebracht zu werden. Der Aufstieg der einst versunkenen Insel stellt den Kulminationspunkt der Sun-Koh-Serie dar.

In 150 Erzählungen arbeitete „Lok Myler“ auf den „Tag X“ hin, an dem der Protagonist sein ihm vorbestimmtes Reich übernehmen würde. Der Autor konnte damals bei der Recherche für seine Serie auf eine unübersehbare Zahl einschlägiger Bücher zurückgreifen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts spielten Atlantis-Romane noch keine große Rolle. Carl Georgs Schlagwort-Katalog, Verzeichnis der Bücher und Landkarten in sachlicher Anordnung (Hannover: Fr. Cruse 1888) führt aus dem Zeitraum 1883–1887 lediglich ein Werk auf. Im Mittelalter erschien anfangs zum Beispiel keine einzige Atlantis-Utopie. Erst nach Thomas Morus’ Utopia (1516) brachten Epigonen eine Flut von Nachahmungen heraus. Der „Bazillus Atlanticus“ wurde dann aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts virulent und ist seitdem nicht mehr zur Ruhe gekommen.

Hauptverantwortlich für diesen Motivationsschub war der amerikanische Politiker Ignatius T. T. Donnelly (1831–1901), der mit The Antedilluvian World (1882; (dt. EA: Atlantis, die vorsintflutliche Welt, 1895) den Boom in Sachen Atlantis auslöste. Als skurriler Atlantisexperte „Donnel“ hat dieser Autor sogar einen Gastauftritt in der Sun-Koh-Serie (Heft 35, Die Gefangenen des Pharaonen).

Zwischen 1896 und 1905 erschienen wenigstens 16 Atlantis-Romane, gegen Ende der 1950er Jahre waren es schon über 50 einschlägige Titel. In Lyon erschien 1926 eine Bibliografie der Atlantis-Werke, die angeblich über 1700 Titel aufführte. Müller konnte in den 1930er Jahren auf Romane und Sachbücher zurückgreifen wie Atlantis (Hans Dominik, 1925), Der Stein vom Mond (Otto W. Gail, 1926), Die Brunnen der großen Tiefe (Karl zu Eulenburg, 1926), Die Sintflut von Atlantis (Tim Larssen, 1928), Das gläserne Meer (Edmund Kiss, 1930), Die letzte Königin von Atlantis (E. Kiss, 1931), Frühling in Atlantis, (E. Kiss, 1933) und Die Überlebenden (F. H., Sibson, 1933).

Für Fritz Lattke, den Zeichner der Bergmann-Sun-Koh-Ausgabe war es nicht leicht, die Erwartungen der Leser zu erfüllen. Das Titelbild der langersehnten Schlussnummer 150 mit dem Titel Atlantis!  war ebenso ernüchternd wie der Text selbst. Das Umschlagbild zeigt eine felsige Landschaft, über der ein Luftschiff schwebt. Die dazu passende etwas steife „Blut-und-Boden“-Passage im Text lautet:

„Du bist die erste Frau, die diesen Boden betritt, Joan. Möge unser Geschlecht diesen Felsen fruchtbar machen und zu einem glückhaften Lande gestalten – möge dieses Land unser Geschlecht über die Jahrtausende hinweg glücklich und stark werden lassen. Die Frau und die Erde – ihr beide seid gleich mütterlich und tragt die Zukunft in euch!“ 1

Für die Leser müssen damals Titelbild und Text gleichermaßen enttäuschend gewesen sein. Zu hoch waren die über Jahre angewachsenen Erwartungen an den Schluss dieser Serie gewesen; Erwartungen, die sowohl Zeichner als auch Autor nicht erfüllen konnten. Was die Titelbilder anbetrifft, so war die Zeichnung etwa bei der Heftnummer 139 (Nimbas Tod) bedeutend eindrucksvoller.

Der große Unterschied zu den Konkurrenten, die in den 1930er Jahren auf dem Markt waren, bestand darin, dass die Sun-Koh-Serie von Anfang an auf 150 Nummern konzipiert war. Das war für diese Branche eigentlich ungewöhnlich; üblicherweise lief eine Serie, solange der Absatz stimmte.

Aber auch der Bergmann-Verlag hatte sich, zusammen mit seinem Autor, früh genug Gedanken darüber gemacht, wie man weiter auf diesem Sektor erfolgreich sein könnte. Die Lösung war – eine Sun-Koh-Kopie mit dem Titel Jan Mayen.2 In der Sun-Koh-Ausgabe 145 (Der Schatten des Größeren) tauchte zum ersten Mal Werbung für den Nachfolger auf. In der Nummer 147 (Die Masken fallen) ging man erneut auf das Ende der Serie ein und wies darauf hin, dass man „im nächsten Sun-Koh-Band … ein kostenloses Werbeheft unserer neuen Jan-Mayen-Serie“ finden werde. Ein Rätsel ist für uns, wie man ein Jan-Mayen-Heft (Format 12 x 17 cm) in einem Sun-Koh-Heft (Format 11,5 x 15,5 cm) unterbringen konnte. Möglicherweise waren die Händler angewiesen, ein Werbeheft gesondert auszuhändigen.

Im Folgenden soll auf Müllers Paradigmenwechsel hinsichtlich der geplanten Besiedlung des erwarteten Atlantis eingegangen werden.

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann der achtzehnmonatige Prozess der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Im Verlaufe dieser Inkorporation der Macht wurde durch die neu gegründete Reichsschrifttumskammer die Vorzensur eingeführt. P. A. Müller musste nun seine Manuskripte vor der Drucklegung zur Genehmigung einreichen.

Bis zur Nummer 47 (Die Verschmähte) hatten Verlag und Autor noch freie Hand gehabt. Ab dieser Ausgabe kam es zu einem deutlichen Bruch im Handlungsablauf. In der Folge musste kein Manuskript mehr für die Nachauflagen umgeschrieben werden, weil Autor und Zensor schon im Vorgriff alle „Fallstricke“ vermieden hatten.

Bis Ende 1933 waren die ersten 36 Hefte erschienen,3 etwa im Herbst 1934 startete die zweite Auflage der Serie. Dafür musste der Autor frühere Texte aufgrund der neuen Sachlage ändern und teilweise komplett umschreiben. Es erschienen auch Hefte mit völlig neuem Titel. So wurde etwa aus Das entfesselte Hormon (Heft 23) neu Der entfesselte Blutstoff, aus Die lebende Rakete (Heft 29) neu In den Katakomben von Malta, aus Die künstliche Seele (Heft 36) neu Juan Garcia entflieht, ebenso verwandelten sich Die gestreifte Nase (Heft 41) in Die Spur des Chinesen, die Götter der Einsamkeit (Heft 44) in Menschen der Einsamkeit,und schließlich wurde Die Rache der Verschmähten (Heft 47) zu Die Verschwundene. Aber selbst Hefte, deren Titel sich ab der zweiten Auflage (erkennbar an einem Sternchen hinter der Heftnummer) nicht änderten, musste der Autor teilweise umschreiben, damit der Übergang zum neuen Text gegeben war, wie es zum Beispiel beim Heft 27 (Brennende Luft) der Fall war.

Auch der Aufstieg des versunkenen Kontinents sah in der ursprünglichen Planung des Autors völlig anders aus, als er dann zum Schluss tatsächlich geschildert wird. In den ersten ca. 50 Heften beschrieb Müller, wie der Protagonist sich systematisch auf den Tag X vorbereitet. Er versammelt eine Gruppe junger Wissenschaftler um sich, erwirbt Ländereien in Südamerika, damit beispielsweise die Nachkommen der Inka im Urubambatal ungestört auf den Tag der Übersiedlung warten können. Er lässt Weltraumraketen konstruieren, kauft Erzminen auf und lässt supermoderne Flugzeuge in den Himmel steigen. Der Held besitzt U-Boote, riesige Luftschiffe und sogar eine Anti-Gravitionsplattform. In seinen Niederlassungen häuft er Waffen wie die „flüssige Pest“, den „mordenden Schall“ und den „splitternden Tod“ u. a.

Der Traum von der Besiedlung des auftauchenden Kontinent, den die Nachkommen der Atlanter rings um den Atlantik träumen, zerplatzt mit Heft 51 (Die flüssige Pest). Jetzt sind „deutsche Siedler“ für den neuen Kontinent vorgesehen. In den Heften 57 und 58 baute Müller diese neue Tendenz weiter aus. Im Abenteuer Nr. 58 (Die witternde Meute), das in Berlin spielt, lässt der Autor seinen Helden sagen, dass er 2 Millionen deutsche Siedler für den Tag X benötigen werde, dass die deutsche Industrie die später notwendigen Maschinen liefern sollte und dass er, Sun Koh, über Kampfmittel verfüge, gegen die alle anderen Waffen versagen. Aus dem Humanisten, der die indianischen Völker sowie die Yoruba aus Afrika wieder zurück in die alte Heimat Atlantis führen würde, war ein Imperialist geworden, der dem Slogan „Volk ohne Raum“ Nahrung gab.

Von 1933 bis 1936 in 149 Abenteuern hatten die Leser der Serie dem Tag X entgegen gefiebert. Dann erschien die Nummer 150 (Atlantis!), und es zeigte sich, dass ein derartiges Ereignis im Rahmen von 64 Seiten nicht zufriedenstellend geschildert werden kann. Der eigentliche Höhepunkt, die Inbesitznahme des neuen Kontinents, war auf etwas mehr als drei Seiten abgehandelt worde. Sun Kohs Luftschiff landet auf dem dampfenden Boden, der Held tauft das Land auf den Namen „Atlantis“ ,vergleicht die Erde mit Frauen und stellt fest, dass beide gleich mütterlich sind. Joan antwortet etwas zu pathetisch mit dem Satz, „ … daß dieses Land und seine Frauen für alle Ewigkeit solche Männer zeugen mögen, wie du und deine Kameraden es sind.“ 4

Und das war es dann. Immerhin ist hervorzuheben, dass der Autor in dieser Szene die in früheren Nummern vorgesehenen „deutschen Siedler“ nicht erneut ins Spiel brachte und das Paar von „unserem Geschlecht“ sprach, welches das Land fruchtbar machen und gestalten solle.

In den Heften 47–51 hatte P. A. Müller über eine mögliche Fortsetzung der Serie spekuliert. So lässt er Manuel García z. B. behaupten, dass Kapitän Krothoff einmal in Sun Kohs Armada die Position eines Admirals einnehmen werde. Es wird prognostiziert, dass Kurt Ritter und Alk das aufsteigende Atlantis durch die „schwebende Mauer“ hindurch gegen anstürmende Feinde verteidigen würden. Müllers Held verkündet seinen Matrosen, dass die Lösung der zukünftigen schweren Aufgabe sich über drei Jahre erstrecken werde, fass für den Tag X eine riesige Volkswirtschaft und finanzielle Mittel benötigt werden, eine See- und Luftflotte aufgebaut werden müsse und Karl Ritter Leiter dieser Luftabwehr werden solle.

Sollte „Lok Myler“ tatsächlich daran gedacht haben, die Sun-Koh-Serie fortzusetzen, so hätte er nach Kriegsende die Möglichkeit gehabt, dies zu tun. Dieser Fall trat aber nicht ein. In unserem Archiv befindet sich der Entwurf einer Fortsetzung (Nr. 151) aus der Feder des Weggefährten Müllers, Helmut Schmidt, aus dem Jahr 1981. Sie zeigt die ganze Problematik auf. Der Held kann ja nun als Herrscher von Atlantis nicht mehr in der Welt herumreisen, seine Aufgabe wäre es nun gewesen, ein funktionierendes Staatsgebilde zu formen, für die Neuankömmlinge zu sorgen, indem er das Land in einen siedlungsfähigen Zustand versetzte und den Kontinent gegen Feinde (Großmächte) verteidigte. All dies würde einen völlig neuen Ansatz erfordern und als spannende Romanserie nicht sehr geeignet sein. Die „Macher“ der Perry-Rhodan-Serie sind da von vornherein weitsichtiger gewesen.

1. Innovationen

In den letzten Nummern seiner Sun-Koh-Serie brannte Müller noch einmal ein Feuerwerk von Ideen ab. Stellte Erfindungen und technische Entwicklungen vor, die am Horizont aufgetaucht waren und über ein großes Potenzial zu verfügen schienen. Die Palette seiner Innovationen reicht von Punkt A, der Antigravitationsplatte, mit der seine Mitarbeiter in den Atlantis-Werken schwere Lasten bewegen, bis zu Punkt T, wie Teleenergie.

Im letzteren Fall befasst er sich mit den damaligen Versuchen, drahtlos und verlustfrei Starkstrom zu übertragen. Mit dieser Idee hatte sich der aus Kroatien stammende amerikanische Physiker und Erfinder Nikola Tesla (1856–1943) fast sein Leben lang beschäftigt. Werbewirksam verstand er es über Jahre hinaus, mit seinen Erfindungen und Verbesserungsvorschlägen die Medien zu beschäftigen. Im Sun-Koh-Abenteuer Der Falsche (Heft 143) präsentierte Müller den Erfinder Robert Dunn, der das Problem der drahtlosen Übertragung von Starkstrom gelöst haben wollte. In Heft 144 (Robert Dunn verkauft) übernimmt Sun Koh diese gefährliche Erfindung. In der von Sun Kohs Mitarbeitern modifizierten Version kann der Starkstrom nun auch in Wärme umgewandelt werden und getroffene Gegenstände können in Flammen aufgehen.

Auf die Idee, Starkstrom als Waffe einzusetzen, könnte unser Autor durch das Studium des 1927 erschienenen Sachbuchs Technik und Mensch im Jahre 2000 (München: Kösel & Pustet) des Journalisten Anton Lübke (1890–?) gekommen sein. Der Autor ging in diesem Werk auf Themen wie Sonnenlichtspeicherung, Atomspaltung und Vulkankraftwerke ein. Aber er beleuchtete auch den „Zukunftskrieg und die Technik“; die entsprechenden Illustrationen zeigen Flugzeuge, die Großstädte bombardieren und Metropolen mit Giftgas und Starkstrom attackieren.

Möglicherweise hat sich Müller bei der von ihm so bezeichneten „Telenergie“ auch von Kurd Laßwitz (1848–1910) inspirieren lassen: In der 1892 in Form eines fingierten Zeitungsberichts anonym veröffentlichten Erzählung Nach Chicago (Eine Preiskonkurrenz) 5 wurde ein Apparat mit allen Eigenschaften einer Fernwaffe beschrieben:

Nach vielen Versuchen ist es meinem Vater geglückt, eine Substanz zu entdecken – er nennt sie Telelyt –, welche je nach den chemischen Stoffen, die mit ihr in Verbindung gesetzt werden, die Ätherwellen des Lichtes so abändert, daß dieselben die chemische Energie des Versuchskörpers auf jede Entfernung übermitteln, von welcher her man überhaupt Lichtstrahlen aufzunehmen vermag. Befindet sich nun an der Stelle, von welcher das auf den Telelyten fallende Licht ausgeht, ein Körper, auf welchen der Versuchskörper chemisch wirken kann, so tritt diese Wirkung sofort an dem entfernten Körper ein. Der Apparat selbst besteht aus einem guten sogenannten astronomischen Fernrohr, mit lichtstarkem Objektiv, und aus der chemischen Kammer. Die ankommenden Strahlen gehen zunächst durch den Telelyten und dann direkt in das Auge des Beobachters. Die chemische Kammer befindet sich seitlich vom Fernrohr, und zwar in beliebiger Entfernung, und ist mit dem Telelyten auf elektrischem Wege in einer Weise verbunden, welche ich nicht näher erläutern darf.6

Der „Telelyt“ spielt auch mehrfach eine wichtige Rolle im 1897 erschienenen Roman Auf zwei Planeten:

Der Telelyt ist ein Apparat, durch welchen chemische Wirkung in jeder beliebigen Form erzeugt werden kann, soweit nur die direkte Bestrahlung des Gegenstandes vom Apparat aus möglich ist. Wenn man z. B. glühenden Sauerstoff durch den Telelyten treten ließ, so wurde die chemische Energie durch Strahlung fortgepflanzt und kam auf dem bestrahlten Körper, etwa dem Gußstahl des Geschützes, wieder als chemische Energie zum Vorschein, so daß der Stahl einfach verbrannt wurde.7

Jahrzehntelang hatte es in der Luftfahrt einen Glaubenskrieg zwischen den Anhänger der Richtungen „schwerer als Luft“ und
„leichter als Luft“ gegeben. Bis zum 6. Mai 1937, als das Luftschiff „Hindenburg“ (LZ 129) in Lakehurst verbrannte, war der Wettkampf noch nicht entschieden gewesen. Und bis zu diesem Zeitpunkt hatte auch Müller auf das Luftschiff als Transportmittel für große Lasten und Entfernungen gesetzt. Als am 11. Oktober 1928 dem Luftschiff „Graf Zeppelin“ (LZ 127) der erste Transatlantik-Flug gelang, hatte das Zeitalter der interkontinentalen Luftschifffahrt begonnen. So stattete Müller seine Verkehrsmittel, die er auch „Luftkreuzer“ nannte, großzügig aus. Beispielsweise ist der „Greif 8“ 400 m lang und 120 m hoch und erreicht eine Fluggeschwindigkeit von 1000 km/h die es ihm ermöglicht, selbst die Grenzen der Stratosphäre zu erreichen. Der Luftkreuzer bezieht seine Energie drahtlos, Energie, die „natürlich“ durch die Ausnutzung von Atomkraft gewonnen wird.

Aufzüge und Laufbänder in dem Luftkreuzer sowie ein gläsernes Führungszentrum und die Möglichkeit, sich mittels eines Spiegelverfahrens unsichtbar zu machen, vervollständigen den utopischen Anstrich dieses Transportmittels.

Wie genau Müller den technischen Fortschritt beobachtete, zeigt sehr gut das Beispiel des Nurflüglers in Heft 147 (Die Masken fallen). Dies ist übrigens eines der interessantesten Hefte der Serie, weil hier der komplette Hintergrund der Reihe aufgefächert wird und die geheimnisvollen „Männer im Hintergrund“ die Masken fallen lassen. Sie erscheinen eines Tages plötzlich über dem Stützpunkt des Helden in Yucatán:

„Das Flugzeug hielt schnurgerade auf die Sonnenstadt zu. Es war von eigenartiger Bauart. Die meiste Ähnlichkeit besaß es noch mit einem Nurflügel-Flugzeug. „Ein ganz unbekannter Typ“, meinte Sun Koh sehr ernst.„Man sollte es nicht für möglich halten“, schüttelte Hal den Kopf. „Wir wissen doch nun eigentlich von jeder Flugzeugwerft, was sie baut, und nun taucht auf einmal eine fertige Maschine ganz neuer Bauart auf?“ 8

Zwei Jahre, bevor „Lok Myler“ die Arbeit an seiner Heftreihe startete, hatte der Flugzeugkonstrukteur Alexander Lippisch (1894–1976) mit dem Erstflug seiner „Delta I“ über dem Berliner Flugplatz Tempelhof beim Publikum und der Presse einen großen Erfolg erzielt. Berichte darüber gingen durch die Welt. Lippisch, der zeitweise Leiter des Konstruktionsbüro der Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) war, hatte sich auf die Konstruktion von Nurflügel-Flugzeugen spezialisiert.

Die Sun-Koh-Serie lief von 1933-1936. Am 22. März des Jahres 1935 startete man in Berlin das erste Fernsehprogramm in sogenannten kleinen Fernsehstuben. P. A. Müller war schon zwei Jahre vorher bedeutend weiter gewesen. Durch die gesamte Serie zieht sich, wie ein roter Faden, Müllers Faszination für das Medium Fernsehen. Immer wieder begeistert er sich an den kommenden Möglichkeiten, erweitert die Einsatzbereiche des Fernsehens, lässt seinen Helden vor wandfüllenden Bildschirmen direkt mit seinen Mitarbeitern kommunizieren.

Gegen Ende der Serie hatte sich diese Zukunftsvision schon in einen „dreidimensionalen Bildschirm“ verwandelt. Selbstverständlich war P. A. Müller nicht der erste, der über die Entwicklungschancen dieses neuen Mediums spekulierte. In der von Arthur Brehmer (1858–1923) herausgegebenen Anthologie Die Welt in 100 Jahren 9 befand sich zum Beispiel ein Beitrag mit dem Titel „Das drahtlose Jahrhundert“ von Robert Slotz. Dort wird auf einer Illustration gezeigt, wie Polarforscher ein Theaterstück direkt aus London auf großem Bildschirm verfolgen können. 9

Oft reißt Müller seine Zukunftsideen nur kurz an, einige Innovationen wie das Kataskop, das dreidimensionale Bilder in die Luft projiziert, oder der Tragflächenhubschrauber tauchen allerdings immer wieder auf. Manche Verbesserungen im Alltag streute er „nur so nebenbei“ in die Handlung ein, so z. B. die elektrisch betriebenen Motorroller, mit denen die Mitarbeiter der Atlantis-Werke auf dem Betriebsgelände unterwegs sind. Auch wurden Fertigbau-Wände mit bereits vormontierten elektrischen Leitungen angesprochen. Müller beschrieb bereits 1936 in Heft 146 (Hammer oder Amboß), dass die auf Atlantis geplanten Siedlungshäuser in Fertigbauweise errichtet werden sollten. Die benötigten Cellotektplatten seien bereits mit allen notwendigen Anschlüssen versehen.

Lässt man all diese Zukunftsvisionen der vor dem geistigen Auge Revue passieren, dann kann man unschwer feststellen, dass in jenen Jahren keine vergleichbare Heftreihe auf dem Markt existierte.

2. Zensureinflüsse

Einige Zensureinflüsse sind schon auf  S. 444f. behandelt worden. Hier wollen wir insbesondere auf die sich verändernde Rolle des schwarzen Sun-Koh-Begleiters Nimba eingehen. Am „Fall Nimba“ kann sehr gut der Einfluss der Reichsschrifttumsstelle sichtbar gemacht und ausnahmsweise auch dokumentiert werden. Den allgemeinen Tenor dazu liefert ein Beitrag in der Monatszeitschrift Die neue Literatur vom Februar 1939. Dort schrieb Will Vesper (1882–1961) in der Rubrik: “ Unsere Meinung“:

Schluss machen müssen wir mit allen weichlichen Farbigenschwärmereien, ob es sich um wissenschaftliche, halbdichterische Werke, Unterhaltungsliteratur oder die längst überständige Indianerpoesie der Jugendliteratur handelt. Wir sind ein weißes Volk. Wir sind das Kern- und Hauptvolk der weißen Rasse. Die weiße Rasse ist in Gefahr. Es ist unsere Sache, das rechtzeitig zu erkennen, die Notwendigkeiten der Zukunft zu sehen und die Augen unseres Volkes für die drohenden Gefahren zu öffnen. Es sei uns Warnung genug, daß das Judentum überall Schrittmacher der farbigen Vermischung und Zerstörung der weißen Wachsamkeit ist. Und so wollen wir der farbigen Gefahr, die für unser Volk zunächst und hauptsächlich eine seelische Gefahr ist, mit aller Schärfe dort begegnen, wo sie uns bedroht, in der Farbigenschwärmerei der europamüden Literatur.10

Der stramme Parteigenosse Vesper (ab 1933 im Vorstand des neu gegründeten „Reichsverband[es] deutscher Schriftsteller“) war unermüdlich im Einsatz für die NS-Ideologie. So forderte er z. B. auch das Verbot der „minderwertigen“ Werke Heinrich Heines oder beschwerte sich, dass im Bahnhofsbuchhandel immer noch die Bücher der Vicki Baum angeboten würden.

Das Thema „Farbigenschwärmerei“ erreichte allerdings schon Jahre vorher den Bergmann-Verlag und dessen Sun-Koh-Reihe: Der Lektor des Verlages, Dr. Alfred Christoph, versuchte den drohenden Bann über die Serie (und insbesondere Nimba) abzuwenden. Im September des Jahres 1934 schrieb er einen Brief an den Verleger-Verband und gleichzeitig an die Reichsschrifttumskammer in Berlin. Darin opponierte er auf zweieinhalb Seiten gegen Bestrebungen, die Reihe zu verbieten. Die Beanstandungen der Sun-Koh-Serie hatten bereits mit den Heften 88 (Chikago auf Abstecher) und 89 (Rakete am Start) begonnen. Dr. Christoph bezog sich in seinem Schreiben darauf und führte u. a. aus:

… Der eben erwähnte Neger Nimba nun gibt den Anlaß zu der einzigen grundsätzlichen Beanstandung der „Sun Koh“-Reihe. Doch gerade da scheint mir Ihr Lektor – und mit ihm die Reichsschrifttumsstelle, die in diesem harmlosen Neger sogar einen Grund sehen zu sollen und zu können glaubt, der sie zu einer Beanstandung und zu einem eventuellen Verbot der „Sun Koh“-Reihe berechtigt – von falschen Voraussetzungen auszugehen. … Der gute Nimba denkt aber gar nicht daran, etwa mit einer deutschen oder sonstigen arischen Frau eine Mischehe einzugehen. Es ist daher gar kein Grund zu sehen, warum der Neger Ihrem Lektor „nicht gefällt“, wie er schreibt. Es ist meines Erachtens gänzlich abwegig, wenn Ihr Lektor den Neger nur deswegen ablehnt, weil er ein Neger und nicht intelligent ist. Der Nationalsozialismus jedenfalls bestreitet nicht, daß auch andere Rassen ihre Vorzüge und guten Eigenschaften haben. Ihr Lektor wird ja auch kaum bestreiten wollen, daß es in Amerika, woher Nimba ja stammt, sehr viele intelligente Neger gibt, die es als Rechtsanwälte, Gelehrte und Künstler zu hohen Leistungen in ihren Berufen gebracht haben. … Oder will Ihr Lektor grundsätzlich jeden Neger aus der Literatur verbannen? Dann müßte er z. B. bei Shakespeare’s „Othello“ anfangen. … Was nun den Neger Nimba selbst betrifft, so wird es wohl kaum einen Leser geben, der diese Gestalt irgendwie unsympathisch oder abstoßend findet und der darin eine sittliche oder sonstige Bedrohung sähe. … Er tritt ja neben seinem Herrn Sun Koh, der übrigens auch einer anderen Rasse angehört als der arischen, ohne daß ihn Ihr Lektor beanstandet hätte, nur sehr wenig hervor. … Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich meines Erachtens, daß die Bedenken gegen die Gestalt des Nimba nicht haltbar sind und daß das Urteil Ihres Lektors in dieser Beziehung revidiert werden muß. Ich bitte Sie jedenfalls mein Schreiben möglichst bald Ihrem Lektor zur Stellungnahme zu übermitteln – und gegebenenfalls dem Verlag A. Bergmann mitzuteilen, daß gegen den Nimba keine Bedenken mehr bestehen.

Die obskuren Bedenken der Gegenseite sowie die Argumentation von Seiten des Verlages lassen uns heute fassungslos zurück. Der Optimismus des Dr. Christoph in Sachen Objektivität wurde im Laufe der Herrschaft des Nationalsozialismus nicht bestätigt. Die Ausführungen Will Vespers einige Jahre später zu diesem Thema (siehe weiter oben) lassen da keine Zweifel aufkommen. Wir kennen die Antwort der Reichsschrifttumsstelle nicht, aber auf jeden Fall blieb das Damoklesschwert über der Serie hängen. Daher begann der Autor das Ausscheiden Nimbas aus der Reihe vorzubereiten. Die Handlung in Heft 138 (Das rotgefederte Ei) ist der „Einstieg in den Ausstieg“. Müller versetzt seine Protagonisten nach Nigeria und bringt Nimba in den Enflussbereich seines Stammes, der Yoruba. Im Dorf seines Vaters trägt Nimba nun Stammestracht und beginnt sich zurückzuverwandeln. In der im Dezember 1935 erschienenen Ausgabe 139 (Nimbas Tod) kam der Autor dem Drängen der staatlichen Bedenkenträger schließlich nach. Gerade hatte Nimba seinem Chef noch versichert, dass er hier im Urwald jeden Baum kenne, da wirft ihn auch schon ein Schuss aus dem Hinterhalt zu Boden. Er hat mit seinem Körper die Kugel, die für Sun Koh gedacht war, aufgefangen. Nimba bekommt ein königliches Begräbnis nach dem Stammesritual der Yoruba. „Wir weinten, als Nimba sterben musste“, erinnerte sich als Witwe Erika Müller, die damalige Ehefrau und Sekretärin des Schriftstellers und geistigen Vaters Paul Alfred Müller.

In dem nachfolgenden Abenteuer 140 (Der große Unbekannte) wird auf den ersten Seiten eine Zusammenfassung der Erlebnisse von Heft 139 gegeben; mit keinem Wort wird dabei Nimbas Tod erwähnt. Er ist auch künftig verschwunden, als hätte es ihn nie gegeben.

Diese Anpassung an die Forderungen staatlicher Stellen war letztlich den wirtschaftlichen Interessen des Verlages geschuldet. Wie Verlagsinhaber und Autor wirklich über das System dachten, geht daraus nicht hervor. Der langjährige Freund und Wegbegleiter Müllers, Helmut Schmidt, schrieb in einem Brief: „Übrigens hat er laut Erika Müller zu seinen Schwiegereltern gesagt: ‚Wenn ihr Hitler wählt, wählt ihr den Krieg‘.“ „Die Merkel ist wahnsinnig“, das kann man heute laut hinaus posaunen, ohne dass kurz darauf zwei Männer mit Ledermänteln vor der Tür stehen. „Der Führer ist wahnsinnig“ in den 1930er/40er Jahren öffentlich zu verkünden, hätte den Besuch der Gestapo und Schlimmeres zur Folge gehabt.

„Der Führer ist wahnsinnig!“ hat Müller in Heft 50 (LFD-103 überfährt alle Signale) auf S. 43 (entsprechend Bd. 4 S. 51 unserer Neuausgabe) zwar tatsächlich geschrieben, ob er es aber nur auf die Romanfigur des Lokomotivführers bezogen hat, bleibt sein Geheimnis.

3. Hintergründe und Parallelen

In diesem Abschnitt dominiert eindeutig der Atlantis-Mythos. Hier häufen sich bei Müller die Verbindungen zwischen seiner Sun-Koh-Serie und den diversen einschlägigen Büchern, die in jenen Jahren erschienen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des 1926 erschienenen Sachbuchs Atlantis. Der Roman einer untergegangenen Welt des Schriftstellers Friedrich Wenker-Wildberg (1896–1970). Obwohl im Untertitel von einem „Roman“ die Rede ist, handelt es sich um ein populärwissenschaftliches Werk zum Thema Atlantis. Der Autor versammelte darin nahezu sämtliche Thesen und Aussagen zu dieser Legende. So ist dort beispielsweise auch Le Plongeons Übersetzung des „Troano-Codex“ enthalten. Müller berief sich bereits in den ersten Sun-Koh-Abenteuern (Heft 2: Ein Fetzen Pergament; Heft 5:. Schach dem Tode) auf diese, allerdings recht fragwürdige, Übersetzung.

Nimbas Hintergrund als Yorube bezog Müller aus den Werken des Ethnologen Leo Frobenius ( 1873–1938). Frobenius, ein Autodidakt wie Schliemann, begann 1904 mit der Erforschung Afrikas und setzte diese Tätigkeit bis 1935 fort. In den Jahren 1910/11 hielt er sich in Nigeria auf. Auf seinen Expeditionen ins Yorubaland stieß er auf die Bronzestatuen der Yoruba und war von deren Ausdruckskraft begeistert. Er glaubte, damit auf Spuren der Atlanter gestoßen zu sein. In einem Bronzekopf des Meeresgottes Olokon will Frobenius zum Beispiel den Gott der Atlanter Poseidon erkannt haben. In den Bronzestatuen der Yoruba sah er sozusagen die Atlanter auferstehen.

Frobenius war ein äußerst fruchtbarer Autor. Zwischen 1925 und 1929 veröffentlichte er u. a. das siebzehnbändige Völkerkundewerk Erlebte Erdteile. Müller dürfte vor allen Dingen aus dem Frobenius-Titel Kulturgeschichte Afrikas (Zürich: Phaidon 1933) geschöpft haben. Hier fand er alles, was seinen Atlantis-Vorstellungen entsprach. Mit der Kultur der Yoruba in Benin hatte Frobenius eine weitere Spur zum sagenhaften Atlantis gelegt. Die These, die Yoruba als Nachfahren der Atlanter zu sehen, als Kolonie der Atlanter zu betrachten, übernahm P. A. Müller.

Erika Müller hat in einem Interview darauf hingewiesen, dass Sie und Ihr Mann begeisterte Filmfreunde gewesen und oft ins Kino gegangen seien. Sie werden kaum den Film Die Herrin von Atlantis, der Ende 1932 in die deutschen Filmtheater gekommen war. Auch darin wird den Spuren möglicher Atlanter in Afrika nachgegangen und Brigitte Helm als Herrin eines nordafrikanischen Atlantis präsentiert. Das Drehbuch des Films ging auf einen Atlantis-Roman des Franzosen Pierre Benoit (1886–1962) zurück, der 1919 in Frankreich und ein Jahr später in der Schweiz erschienen war. Bereits 1912 wurde übrigens dieser Roman in Frankreich zum ersten Mal verfilmt.

Einige Ideen dürfte Müller auch vom „Doyen“ des deutschen Zukunftsromans der Zwischenkriegszeit, Hans Dominik, und dessen Roman Atlantis (Berlin: Scherl [E. Keils Nachf.] 1925) entliehen haben. Obwohl es in dem Werk hauptsächlich um Machtpolitik und Gleichberechtigungs-Problematik geht, wird in diesem Zusammenhang wieder einmal der Isthmus von Panama gesprengt und der Golfstrom in den Pazifik gelenkt. Europa scheint verloren; da taucht der „Alte vom Berge“ auf. Dominik bezeichnet ihn als den Erben von Atlantis, der einst an einem geheimen Ort aufgezogen und auf seine kommenden Aufgaben vorbereitet wurde. Dieser Wundermann lässt den Erdkern mittel Teleenergie [!] sich ausweiten und den Isthmus durch aufsteigendes Magma wieder schließen. Dominik geht auf den letzten Seiten seines Romans ausführlich auf Atlantis ein. Sein Protagonist ist sogar imstande, ein Erdbeben bei den Azoren auszulösen und damit Atlantis wieder auftauchen zu lassen. Die Insel wird dem Zeitgeschmack folgend für die weiße Rasse in Beschlag genommen. All diese Parallelen zu Sun Koh sind nicht zu übersehen.

Der Vision eines realen Atlantis, einer versunkenen Insel, die eines Tages wieder auftaucht, huldigten zu Beginn der 1930er Jahre diverse Autoren. P. A. Müller konnte aus einem reichen Fundus schöpfen. Neben Dominiks Atlantis-Roman soll hier noch einmal auf Walter Horst und sein Werk Der versunkene Erdteil (Stuttgart: Loewe 1925) hingewiesen werden; nicht zu vergessen auch Otto Willi Gails Der Stein vom Mond (Breslau: Bergstadt 1926). Aus diesem Roman übernahm Müller fast wortgenau die Weltuntergangszene; er wechselte lediglich den Wolf, der bei Gail das Kind säugt, in einen Jaguar aus. Zu den einschlägigen Werken, die in jenen Jahren erschienen, gehört auch der Roman des Südafrikaners Francis H. Sibson (1899–1972), The Survivors (1932; dt. Die Überlebenden (Goldmann 1933). Heinrich Tiaden (1873–1949) lässt in Atlantis Trust Company (Leipzig: Kommissions-Verlag 1925) Skandinavien und Teile Spaniens im Meer versinken und dafür Atlantis wieder auftauchen. Als um den Besitz dieser Insel ein Krieg zwischen Großmächten auszubrechen droht, versinkt Atlantis wieder im Meer. In Karl zu Eulenburgs (1885–1975) Die Brunnen der großen Tiefe (Leipzig: Grunow Leipzig 1926) strandet ein Vergnügungsdampfer an der Küste des auftauchenden Atlantis. Die Touristen stoßen dort auf die Ruinen der Atlanter. Danach versinkt der Roman dann allerdings in einer okkultistischen Sargasso-See.

In Bezug auf die Flut einschlägiger Werke muss man sich fragen: wo anfangen und wo aufhören. Der Atlantis-Fundus ist einfach unübersehbar und wird wohl auch künftig weitere Früchte hervorbringen.

4. Wiederbelebungen

4.1. Phantastische Romane (Bergmann-Verlag, Leipzig, 1938/39)

Acht der im vorliegenden Band enthaltenen 17 Abenteuer hatte der Autor noch gegen Ende der 1930er Jahre in zwei seiner Sun-Koh-Buchausgaben eingebaut. Die Handlung aus den Heften 140–142 (Der große Unbekannte; Zwischenfall; Tarnung) integrierte er in Band 5 der Buchausgabe unter dem Titel Die Tarnkappe. Neben den drei erwähnten Geschichten nahm der Autor auch noch die Episode aus Heft 107 (Das schwere Wasser) um die Verwendung „schweren Wassers“ als Mordelixier als Einstieg in die Buchversion auf. Das Umschlagbild der Erstausgabe vom Januar 1938 schuf Walter Rosch; es trifft den „Sense of Wonder“ bedeutend besser als das nüchterne Umschlagbild von Oswald Weise, das dieser für die Zweitauflage vom Mai 1938 vorlegte. Dass der Verlag mit diesem Buch Erfolg hatte, verrät die Tatsache, dass bereits im gleichen Jahr eine zweite Auflage herausgebracht werden konnte, jetzt allerdings zum Teil nur in Halbleinen. Zuerst wurde als Verfasser noch als „Lok Myler“ ausgewiesen, im Laufe der Jahre ab etwa 1939 wurde der englisch-klingende Autorenname mit „P. A. Müller“ überklebt und später auf dem Umschlag auch eingedruckt, obwohl im Buchblock teilweise noch „Lok Myler“ stand.

Ebenfalls noch im Januar 1938 erschien der eigentliche Schlussband 6 der Sun-Koh-Buchreihe, Atlantis steigt auf. Dabei wurde auf den Klappseiten des Schutzumschlages aber bereits für Band 7 (Turm der Stürme) geworben.:

Lok Myler erzählt nunmehr die ABENTEUER SUN KOHs in einer Reihe von abgeschlossenen Bänden. Jeder Band wird ein echter, packender Lok Myler sein und eine Lücke in der kühnen Gesamtschau der ersten sechs Bücher füllen.

Die zweite Auflage des Atlantis-Romans (Februar 1939) lief noch unter dem Verfassernamen „Lok Myler“, die dritte Auflage, die im Dezember 1939 erschien, trug bereits den Autorennamen „P. A. Müller“.

Lok Myler / P. A. Müller hatte im Schlussband die Sun-Koh-Hefte 146–150 (Hammer oder Amboß; Die Masken fallen; Das letzte Zeichen; Vullkane im Atlantik; Atlantis) berücksichtig. Die seltene Erstausgabe wies im unteren roten Drittel des Schutzumschlags die Bezeichnung „Phantastischer Zukunfts-Roman“ auf. Das Titelbild von Walter Rosch präsentierte eine gebirgige Insel; am fernen Horizont scheint der Eifelturm zu grüßen. Die modernere Version des Graphikers Oswald Weise zeigt eine langgezogene Inselgruppe mit schattenhaft angedeuteten Ruinen.

4.2. Sun-Koh-Abenteuer (Borgsmüller-Verlag, Münster, 1958-61)

In ungeordneter Reihenfolge erschienen zwischen 1959 und 1961 die eigentlich fortlaufenden Sun-Koh-Abenteuer aus dem Heftnummern-Bereich 134–150 in Leihbüchern mit den Bandnummern 16 (Die Tarnkappe), 19 (Telenergie), 21 (Männer unter dem Eis), 33 (Mordpalaver) und der Schlussnummer 37 (Atlantis steigt auf).

Die Tarnkappe (Band 16, 1959) enthält die Hefte 140 - 142. In diesem Zyklus dreht sich die Handlung um die wirtschaftlichen und technischen Vorbereitungen für das erwartete Auftauchen von Atlantis. Hier hatte Müller auch noch den Fall um Mordanschläge mit radioaktiven Substanzen (Heft 107, Das schwere Wasser) eingebaut und an den Beginn des Romans gesetzt.

Telenergie (Band 19, 1959): In den Handlungen der Hefte 143–145 bereitet Müller 1936 mit Börsenspekulationen und Zukäufen von Erfindungen (Teleenergie) die Basis für seine kommende „Machtübernahme“ vor. Um die für Leihbücher übliche Seitenzahl zu erreichen, hatte er auch hier ein älteres Abenteuer (Heft 52, Die Toten von San Miguel) an den Anfang des Leihbuchs gestellt.

Männer unter dem Eis (Band 21, 1959): Hier griff der Autor noch einmal in das Jahr 1935 zurück und fügte die Geschichten um die Erlebnisse im hohen Norden zusammen, diesmal sogar in der richtigen Reihenfolge – Hefte 133–136 (Männer unter dem Eis; Die Stunde der Kameradschaft; Mammutjäger; Alles Böse trägt seinen Stachel in sich).

Mordpalaver (Band 33, 1960): Dieser Band mit den Heftnummern 58, 137, 138, 139 ist besonders interessant, weil hier der Autor seinen Helden Nimba entgegen der Handlung aus der Originalausgabe (Heft 139, Nimbas Tod, 1936) nicht sterben lässt. Die ursprünglich tödliche Kugel, die ihn damals dahinstreckte, wird hier durch einen elfenbeinernen Talisman abgelenkt, den er von seinem Vater erhalten hatte. Der schwerverwundete Yorube wird nun in heimatlichen Gefilden gepflegt und von Sun Koh dort zurückgelassen. Da es für Müller zu viel Arbeit bedeutet hätte, Nimba nachträglich in die späteren Texte einzubauen, werden auch in der Leihbuchserie die letzten Abenteuer von Sun Koh und Hal allein bestritten. Der Autor hatte in jenen Heften, die im Siedlungsgebiet der Yoruba in Nigeria spielen, besonders viele Anregungen und Informationen aus den Werken des Leo Frobenius entnommen: Auf dem Wege nach Atlantis (Berlin: Vita - Deutsches Verlagshaus 1911); Die Atlantische Götterlehre (Jena: Diederichs 1926).

Atlantis steigt auf (Band 37, 1961): Mit dem Abschlussband 37 endete nach fast vier Jahren das Erscheinen der Sun-Koh-Leihbuchreihe des Borgsmüller-Verlages. „Freder van Holk“, wie sich der Autor nun nannte, brachte hier die letzten fünf Abenteuer (Hefte 146–150) unter, die von den Wirren des bevorstehenden Aufstiegs von Atlantis handeln und mit der auftauchenden Insel enden. Der ganz besondere „Kick“ bei diesem Buch ist jedoch die Tatsache, dass Nimba wieder aufersteht! Für die 37-bändige Borgsmüller-Ausgabe stattete Johnny Bruck (1921–1995) 32 Bände mit seinen Titelbildern aus, die er (wenn überhaupt) mit dem Kürzel „Willis“ signierte. Da Bruck infolge Termindrucks nicht dazu kam, jedes Manuskript, für das er ein Umschlagbild zeichnete, auch wirklich zu lesen, bereitete er mit dem Titelbild des Atlantis-Bandes den Sun-Koh-Fans eine große Freude. Es war allerdings ein Versprechen, das dann im Inneren leider nicht eingelöst wurde. Auf dem Umschlagbild schwebt eine Art Hubschrauber über dem aufgetauchten Neuland, und darin sitzen Sun Koh, Joan Martini und – Nimba!.

4.3. Die phantastischen Abenteuer von Sun Koh (Pabel-Verlag, Rastatt, 1978-1981)

So wie die Sun-Koh-Leihbücher die Reihenfolge der einst erschienenen Hefte nicht einhielten war es auch bei den Sun-Koh-Taschenbüchern des Pabel Verlages der Fall. Die Aufstellung auf der folgenden Seite unten zeigt die Konfusion in diesem Bereich, aber immerhin sind diesmal zwei Nummerierungen identisch, nämlich bei den Schlussbänden 37, Atlantis steigt auf!

An den „Spät-Hippie“, in den der Zeichner Nikolai Lutohin Sun Koh verwandelt hatte, konnte und kann man sich nur schwer gewöhnen. Irgendwie passt diese Sun-Koh-Verwandlung nicht mit dem Erscheinungsbild des Protagonisten überein, das uns der Autor einst beschrieb. Unabhängig davon ist die Eleganz der zeichnerischen Ausführung Lutohins nicht zu übersehen, was für nachgewachsene Neueinsteiger vielleicht sogar als Kaufanreiz wirkte.

Was sich wie ein roter Faden durch die Bemerkungen zu dieser Taschenbuchreihe zieht, ist das Thema „Bearbeitung“. Bearbeitung heißt in diesem Fall – Kürzungen:

In Band 28 (Männer unter dem Eis) sind es beispielsweise ca. acht weggefallene Seiten, in denen Müller über das Thema Hilfsbereitschaft und deren Überstrapazierung philosophierte, sich Gedanken über Zeppeline machte oder gar über Wolfram als Glühlampenfaden nachdachte.

Im Taschenbuch 33 (Mordpalaver) sind es gar elf Seiten, die der „Bearbeitung“ zum Opfer fielen.

Fast ebenso viele Seiten fehlen im Taschenbuch 34 (Telenergie) speziell aus dem Themenbereich der Heftnummer 52 (Die Toten von San Miguel).

Auch bei den letzten zwei Taschenbüchern 35 und 37 (Die Tarnkappe; Atlantis steigt auf) wurden durchschnittlich zehn bis elf Seiten eliminiert.

Besonders häufig traf der Bannstrahl des Bearbeiters die Textbereiche, in denen zurückgeblickt wurde. Gestrichen wurden auch mehrfach spezielle Diskussionen und Gespräche der handelnden Personen.

4.4. Sun Koh. Der Erbe von Atlantis (Mohlberg-Verlag, Köln, ab 2013)

Die angekündigten Doppelbände 8, 10, 11, 17 und 19 dieser Neuausgabe werden den uns hier interessierenden Text (Originalhefte 134–150) der ehemaligen Borgsmüller-Leihbücher mit den Bandnummern 21, 33, 16, 19 und 37 umfassen.

5. Wiederverwertungen

Paul Alfred Müller hatte (nun als Freder van Holk) von den 150 Heften der Erstausgabe 126 Nummern für die in den Jahren 1958–1961 im Borgsmüller-Verlag erscheinende Leihbuchreihe zu 31 Sun-Koh-Büchern umgewandelt und 16 Sun-Koh-Titel in acht weitere Romanfassungen eingearbeitet. Im Einzelnen waren es folgende Nummern:

Heft 12 (Der eisige Blitz) fand Eingang in die Novelle Das eisige Feuer, enthalten im Episoden-Roman Die Seifenblasen des Herrn Vandenberg (1939).

Heft 20 (Die Schleier des Kondors) wurde in den Roman Blaue Kugel (1938) integriert.

Heft 51 (Die flüssige Pest) verarbeitete Müller in dem Roman Humus (1952).

Die Ausgaben 80–82 (Die mechanische Hypnose, Weiße Neger, Der Kaiser von Afrika) erlebten eine Auferstehung im Manuskript Falsche Mesonen (2013).

Die Nummern 91–93 (Der Diamantenfluss, Mord am Tibagy, Gericht der Garimpeiros) wurden im Roman Die Diamantenklippe ( 1934) ausgewertet.

Die Nummern 97 und 98 (Weiße Indianer, Gesetz über Leben und Tod) sind im (leider verschollenen) Manuskript „Die verlorene Rotte“ wiederbelebt worden.

Die Hefte 99–102 (Die Schlinge, Der entführte Gefangene, Diplomaten und Verbrecher, Jack Dudle hat Erfolg) verwertete Müller teilweise für den Kriminalroman Der fremde Maler (1962).

Schließlich wurde das Heft 113 (Der Gefühlssender) Ausgangspunkt für den Roman Ferngelenkte Seelen (1954).

Aus dieser Aufstellung geht hervor, dass der Autor lediglich 17 Sun-Koh-Hefte nicht wiederverwertete. Es handelt sich um die Nummern 9 (Das hypnotisierte Unterseeboot), 16 (Geschoß auf Abwegen), 18 (Wirbel um Diamanten), 42 (Dynamit unter Hongkong), 46 (Piraten an Bord), 59 (Die Unsichtbaren), 64 (Die Brüder der sinkenden Sonne), 69 (Die fliegenden Geister), 70 (Die Spur Nippons), 85 (Der ehrliche Finder), 86 (Der verzauberte Wald), 87 (Der fremde Hut), 88 (Chikago auf Abstecher), 89 (Rakete am Start), 90 (Fahrt durch das Weltall), 111 (Explosion an Bagger sieben) und 112 (Volk unter Tag).

Seit 1933, also seit mehr als 80 Jahren (mit Unterbrechungen), ist der bronzefarbene Held im Zeitschriften- und Buchhandel erhältlich gewesen und nun wieder erhältlich. – Eine stolze Bilanz für eine Heftserie!

Anmerkungen:

1 Lok Myler: Atlantis! (Sun Koh 150). Leipzig: Bergmann o. J. [1936], S. 61; entspr. S. 438 der vorliegenden Ausgabe.

2 Siehe hierzu die Anhänge 6 und 7; es gibt eine vollständige Neuausgabe der Jan-Mayen-Serie: Paul Alfred Müller: Jan Mayen. Neuausgabe in 12 Bänden. Lüneburg: von Reeken 2011f.

3 Wegen der nur zu schätzenden Erscheinungszeiträume siehe die Anmerkung 1 zum Titelverzeichnis in der Anlage 3.

4 A. a. O. (wie Anm. 1)

5 Im zugrundeliegenden Manuskript hatte die Erzählung den Titel „Telelyt“; wegen eines mit der Veröffentlichung verbundenen Preisausschreibens (Gewinn: eine Reise zur Weltausstellung 1893 in Chicago) war es zur Titeländerung gekommen.

6 [Kurd Laßwitz:] Nach Cicago (Eine Preiskonkurrenz). In: Unsere Zeit. Schorer’s Familienblatt (Salon-Ausgabe). Berlin: Schorer; Stuttgart: Union, Bd. 15, 8. Jg. (1892/93, Heft 1, S. 101–106; Wiederabdruck in: Kurd Laßwitz: Gedichte und Erzählungen (Kollektion Lasswitz I.9). Lüneburg: von Reeken, 2. Aufl. 2013, S. 261–268, hier S. 263f.

7 Kurd Laßwitz: Auf zwei Planeten. Roman in zwei Büchern. Weimar [später Berlin]: Felber 1897, Bd. 1,, S. 411; Neuausg. als Kollektion Lasswitz I.4/5: Lüneburg: von Reeken 2009, S. 266.

8 Lok Myler: Die Masken fallen (Sun Koh 147). Leipzig: Bergmann o. J. [1936], S. 29; entspr. S. 350 der vorliegenden Ausgabe.

9 Arthur Bremer (Hrsg.): Die Welt in 100 Jahren. Berlin: Buntdruck 1910.

10 Willi Vesper: Unsere Meinung. in: Die neue Literatur. Leipzig: Avenarius, Februar 1939, S. 101f.

11 Dr. Alfred Christoph, Brief vom 24. September 1934 an die Vereinigung der Verleger für Volksliteratur im Deutschen Verlegerverein Berlin, Mohrenstraße 5, mit Kopie an die Reichsschrifttumsstelle,
Berlin.

 

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Titelverzeichnis

Die Jahresangaben (1. Auflage) sind geschätzt. In eckigen Klammern [...] die geänderten Titel ab der 2. Auflage:

Die Jahresangaben (jeweils der 1. Auflage; die 2. und 3. Auflage erschien in unregelmäßiger Folge ab 1934 bzw. 1935) sind geschätzt aufgrund der Angaben bei Reinhard Oberschelp (Hrsg.): Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums (GV) 1911–1965, Band 93 (Mus–Ner). München u. a. 1979, S. 126f. Danach sind die Hefte 1–140 in den Jahren 1933–1935, die Hefte 141–150 im Jahr 1936 erschienen. Bei angenommenen 52 Heften je Jahr (wöchentliches Erscheinen) ergibt sich die hier vorgenommene (und aus Sicht der Herausgeber als vertretbar angesehene) zeitliche Zuordnung.
Die Angaben in eckigen Klammern bezeichnen die geänderten Titel ab der 2. Auflage der Hefte 23, 29, 36, 41, 44 und 47.

1933
1 Ein Mann fällt vom Himmel
2 Ein Fetzen Pergament
3 Sensation um Strohhalme
4 Die mordende Quelle
5 Schach dem Tode
6 Der Schatz der Mayas
7 Das zersprengte Dreieck
8 Die Menschenfalle
9 Das hypnotisierte Unterseeboot
10 Das Gas des Wahnsinns
11 Der Friedhof des Atlantik
12 Der eisige Blitz
13 Schüsse über Arizona
14 Der Cañon des Todes
15 Die schwebende Burg
16 Geschoß auf Abwegen
17 Der Tau der Hölle
18 Wirbel um Diamanten
19 Der flüsternde Knoten
20 Die Schleier des Kondors
21 Der Geist der Inka
22 Das verschlossene Reich
23 Das entfesselte Hormon [Der entfesselte Blutstoff]
24 R 2 sinkt
25 Die schwimmende Goldfabrik
26 Die Schatten von Lissabon
27 Die sprechende Schleuse
28 Brennende Luft
29 Die lebende Rakete [In den Katakomben von Malta]
30 Die rote Stadt
31 Der lachende Teufel des Wassers
32 Der lächelnde Tod
33 Eine Spritze Tollwut
34 Die Schlangenfalle
35 Die Gefangenen der Pharaonen

1934
36 Die künstliche Seele [Juan Garcia entflieht]
37 Der mordende Schall
38 Irrlichter über Saigon
39 Der Tiger von Angkor
40 Die Krone der Khmer
41 Die gestreifte Nase [Die Spur des Chinesen)]
42 Dynamit unter Hongkong
43 Das verrückte Schiff
44 Götter der Einsamkeit [Menschen der Einsamkeit]
45 Die Faust der Erde
46 Piraten an Bord
47 Die Rache der Verschmähten [Die Verschwundene]
48 Die weiße Hölle
49 Alaska-Jim
50 LFD-103 überfährt alle Signale
51 Die flüssige Pest
52 Die Toten von San Miguel
53 Der weiße Sultan
54 Der Atlas brennt
55 Fesseln der Tuareg
56 Flucht durch die Wüste
57 Vorpostengefecht
58 Die witternde Meute
59 Die Unsichtbaren
60 Der Damm der Verzweiflung
61 Der fressende Kreis
62 Das funkelnde Grab
63 Flucht ins Gefängnis
64 Die Brüder der sinkenden Sonne
65 Die Gefangenen Buddhas
66 Die Rache Tibets
67 Jimmy Beckett wird ernst
68 Die zerfetzte Brücke
69 Die fliegenden Geister
70 Die Spur Nippons
71 Kampf im Dreieck
72 Der rächende Sturz
73 Das blinde Genie
74 Attentat auf den Südpol
75 Die Meuterer
76 Die goldene Insel
77 Das Tal der Sklaven
78 Sydney–Blaue Berge und zurück
79 Mensch verloren
80 Die mechanische Hypnose
81 Weiße Neger
82 Der Kaiser von Afrika
83 Der verschwundene Tiefseekreuzer
84 Der Atlantikpirat
85 Der ehrliche Finder
86 Der verzauberte Wald
87 Der fremde Hut
88 Chikago auf Abstecher

1935
89 Rakete am Start
90 Fahrt durch das Weltall
91 Der Diamantenfluß
92 Mord am Tibagy
93 Gericht der Garimpeiros
94 Der verbrecherische Automat
95 Trommeln am Amazonenstrom
96 Die fiebernde Hölle
97 Weiße Indianer
98 Gesetz über Leben und Tod
99 Die Schlinge
100 Der entführte Gefangene
101 Diplomaten und Verbrecher
102 Jack Dudle hat Erfolg
103 Die schwarze Schnur
104 Das zerbrechende Haus
105 Minen unter Ophir
106 Flucht aus dem Sklavental
107 Das schwere Wasser
108 Die verlorene Karawane
109 Die klopfenden Geister
110 Die brennenden Tempel
111 Explosion an Bagger sieben
112 Volk unter Tag
113 Der Gefühlssender
114 Notboje auf dem Ozean
115 Pyramide unter Wasser
116 Harry Shurman funkt

117 4000 Meter unter dem Meer
118 Der Feigling
119 Die Felsbogen Ranch
120 Indianer am Wege
121 Der steinerne Wald
122 Der Schatz aus dem Weltenraum
123 Die Stadt der Blinden
124 Dr. Crage spielt aus
125 Und Zipp atmet
126 Kampf ums Tal
127 Männer unter Masken
128 Die Räuber vom Pfirsichblütenberg
129 Die Nacht der Befreiung
130 Die goldene Kassette
131 Die Insel des Unheils
132 Diamanten oder Dynamit
133 Männer unter dem Eis
134 Die Stunde der Kameradschaft
135 Mammutjäger
136 Alles Böse trägt seinen Stachel in sich
137 Mordpalaver
138 Das rotgefederte Ei
139 Nimbas Tod
140 Der große Unbekannte

1936
141 Zwischenfall
142 Tarnung
143 Der Falsche
144 Robert Dunn verkauft
145 Der Schatten des Größeren
146 Hammer oder Amboß
147 Die Masken fallen
148 Das letzte Zeichen
149 Vulkane im Atlantik
150 Atlantis!

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