Paul Alfred Müller (1901–1970) — Leben und Werk

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Paul Alfred Müller (1901–1970)
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Foto aus den 1950er Jahren â
Copyright © by Heinz J. Galle, Leverkusen, 2010; alle Rechte vorbehalten

 

Paul Alfred Müller

Paul Alfred Müller wurde am 18. Oktober 1901 als Sohn eines Eisenbahn-Angestellten in Halle geboren. Von 1916–1922 besuchte er das Lehrerseminar in Merseburg. In den Jahren 1923/24 arbeitete er als Volksschullehrer und begann dann ein Studium an der Technischen Hochschule in Leipzig, das er mit der Staatsprüfung als Gewerbelehrer abschloss. Von 1927–1930 arbeitete er als Berufsschullehrer und danach als Fachlehrer für Baugewerbe an der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Leipzig.
In dieser Zeit startete er auch seine schriftstellerische Laufbahn, zuerst mit kleineren humoristischen Beiträgen für das Neue Verlagshaus für Volksliteratur in Berlin und den Bergmann-Verlag in Leipzig. Ab 1933 schrieb Müller für eben diesen Leipziger Bergmann-Verlag die Serie, die ihn bekannt machen sollte: SUN KOH – Der Erbe von Atlantis. Mitte der 1930er Jahre begann er sich hauptberuflich der Schriftstellerei zu widmen. Die als Heftromane entstandenen Sun-Koh-Geschichten erschienen nun auch in Buchform, es folgte eine weitere Heftserie um die Titelfigur JAN MAYEN. Daneben veröffentlichte er weitere „Phantastische Romane“ und verdiente so gut, dass er sich ein eigenes Haus leisten konnte.
Im Jahre 1943 wurde er gemustert, aber aufgrund seines Hüftleidens vom Militätdienst freigestellt. In der 1945 entstandenen Sowjetzone fühlte er sich nicht wohl und floh über die Grenze in den Westen. Er ließ sich in Murnau am Staffelsee (Oberbayern) nieder; seine Frau, die er 1934 geheiratet hatte, folgte ihm kurz darauf nach.
In den 1950er Jahren engagierte sich Paul Alfred Müller für die sog. „Hohlwelttheorie“, was sich auch in diversen Romanen niederschlug. Mit dem erfolgreichen Start des ersten künstlichen Erdsatelliten („Sputnik 1“, 1957) nahm sein öffentliches Engagement für diese Theorie, nach der wir nicht auf der Außenseite der Erdkugel, sondern auf der Innenseite einer Hohlkugel leben sollen, zwar ab, aber er hielt weiter an ihr fest.
Müller war in jenen Jahren einer der erfolgreichsten und beliebtesten deutschsprachigen Autoren von Zukunftsromanen. Neben seiner Mitarbeit an diversen utopischen Heftserien (darunter RAH NORTEN, UTOPIA-ZUKUNFTSROMAN, UTOPIA-GROSSBAND und MARK POWERS) verfasste er eine große Anzahl utopisch-phantastischer Bücher. Dabei bediente er sich in den letzten Jahren überwiegend des Pseudonyms „Freder van Holk“, nachdem er seine frühen Heftserien schon als „Lok Myler“ verfasst hatte. 1961 war daran gedacht worden, ihn als Mitarbeiter für die gerade konzipierte PERRY RHODAN-Serie zu gewinnen. Hierzu kam es aber vor allem wegen Müllers Beharren auf der Hohlwelttheorie nicht.
P. A. Müller war ein Schriftsteller im Wortsinn, ein Handwerker, der die Schrift stellte, der von der Arbeit an der Schreibmaschine lebte und leben musste. Er schrieb daher auch, was verlangt wurde, darunter Kriminal-, Abenteuer- oder Liebesromane. In den letzten Lebensjahren arbeitete er hauptsächlich für den Pabel-Verlag und schrieb Kriminalromane für die Serie KOMISSAR X.
Paul Alfred Müller, der schon seit langem an chronischem Asthma gelitten hatte, starb am 1. Januar 1970 im Alter von 68 Jahren an den Folgen einer Grippe-Infektion. Seine Romane sind in den letzten Jahrzehnten zunehmend in Vergessenheit geraten, obwohl viele von ihnen ideenreich und noch immer unterhaltsam zu lesen sind. Weitere ausführliche Informationen über den Schriftsteller und sein Werk enthält das umfangreiche illustrierte Buch von Heinz J. Galle und Markus R. Bauer über Sun Koh: Heinz J. Galle.*)

*) Heinz J. Galle / Markus R. Bauer: Sun Koh. Der Erbe von Atlantis und andere deutsche Supermänner. Paul Alfred Müller alias Lok Myler alias Freder van Holk. Leben und Werk. Zürich: SSI, 2003.

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