Die Moibilisierung der Medien
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Heinz J. Galle
Die Mobilisierung der Medien

Propagandakompanien und ihre Akteure im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit
Hardcover (farbig laminierter Pappband, Lesebändchen, Bilderdruckpapier), 170 Seiten, 130 Abb.

17,50 € – ISBN 978-3-945807-07-1

Im vorliegenden Buch werden u. a. dmalige Illustratoren und Comic-Zeichner vorgestellt. Die Palette reicht von Gerhard Brinkmann), Will Eisner (USA) weiter zu Reinhold Escher (Mecki), es folgen Hans Füsser (Jackel und Bastel), Emmerich Huber (der für die Blaubandwoche zuständig war und nach 1945 für die Revue arbeitete) ,Hans Kossatz (zeichnete die Geschichten von Dackel Willi), Wilhelm Petersen (ein weiterer Mecki-Zeichner) und nicht zu vergessen Manfred Schmidt (Nick Knatterton). Weiter werden auch Romanhefte wie z. B. Erlebnis-Bücherei, Kolonial-Bücherei, Kriegsbücherei der deutschen Jugend u. a. vorgestellt.
Zum Reigen der hier aufgeführten Soldaten der Propagandakompanien gehören so bekannte Namen wie Lothar-Günther Buchheim, C. W. Ceram, Joachim Fernau, Edwin E. Dwinger, Ernst von Khuon, K. Holzamer, Henri Nannen, Jürgen Roland, Jürgen Thorwald, Peter von Zahn und Werner Höfer.

Inhaltsverzeichnis
Aus der Einleitung
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Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Verlegers

Editorische Hinweise

Einleitung

Die Propagandakompanien

Die Wortgewaltigen
Lothar-Günther Buchheim · Kurt W. Marek (C. W. Ceram) · Rudolf Hagelstange · Joachim Fernau · Edwin Erich Dwinger · Ernst von Khuon(-Wildegg) · Walter Kiaulehn · Walter Henkels · Karl Holzamer · Henri Nannen · Herbert Reinecker und Alfred Weidenmann ·  Jürgen Roland (Schellack) · Ernst Rowohlt · Felix Lützkendorf · Heinz Bongartz (Jürgen Thorwald) · Peter von Zahn · Werner Höfer · Hans Bayer (Thaddäus Troll) · Hilmar Pabel · Paul Sethe · Ernst Glaeser · Karl-Georg Graf von Stackelberg · Elisabeth Noelle-Neumann

Mit Pinsel und Feder gegen den Feind
Ernst Eigener · Wilhelm Baitz · Hellmuth Ellgaard · Max Ludwig Walter Plantikow · Wolf Willrich · Heinrich von Medvey · Josef Arens Herbert Rothgängel · Hans Liska · Theo Matejko

Die lustige Heimatfront
„Kampf dem Verderb“ und „Kohlenklau“ · Hans Kossatz · Gerhard Brinkmann · Reinhold Escher · Wilhelm Petersen · Manfred Schmidt · Hans Füsser · Emmerich Huber · Horst von Möllendorff · Will Halle

Der Krieg der Sprechblasen

Die endgültige Mobilisierung

Hans Ertl – der „weiße Rabe“

Quellen- und Literaturverzeichnis

Personenregister

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Aus der Einleitung

Das vorliegende Buch beleuchtet das Phänomen der damals neuartigen Propagandakompanien, ihre Aufstellung, Tätigkeit und Auswirkung auf Bevölkerung und Gegner. Dabei werden bekannte Mitglieder dieser Truppe und ihre Kollegen in der Heimat mit ihren Arbeiten in Wort und Bild im „Dritten Reich“ vorgestellt. Schließlich wird demonstriert, wie eine bedeutende Anzahl dieser Akteure nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft die Medienlandschaft in den ersten Jahren und Jahrzehnten der jungen Bundesrepublik (mit-)prägte.
     In den ersten Nachkriegsjahren war die „braune“ Vergangenheit noch weitgehend tabu gewesen, erst viele Jahrzehnte später begann man, sich, wenn auch sehr zögerlich, mit dem Nationalsozialismus auseinander zu setzen. Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, setzte dann aber eine verstärkte Rückbesinnung auf die Jahre ein, in denen der Nationalsozialismus das Leben beherrschte. Ein Grund dafür war wohl auch, dass die Zeitzeugen langsam aussterben.
     In den Dritten Programmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens erzählen heute Überlebende von ihrer Kindheit im „Dritten Reich“, von den Notzeiten in den Jahren nach dem Zusammenbruch, den sie im Osten oder Westen Deutschlands erlebten. Ganze Fernsehserien befassen sich mit jener Zeit der marschierenden Bataillone. Mehrere Privatsender beleuchten seit geraumer Zeit das zwölf Jahre dauernde „Tausendjährige Reich“ in all seinen Aspekten. Hollywood hat sich mit der Widerstandsbewegung gegen das NS-Regime befasst, das Thema ist also in aller Munde.
Unter den vielen Blickwinkeln, aus denen man diese Jahre betrachtet hat, ist das Phänomen der sogenannten „Propaganda kom panien“ mit ihren Kriegsberichterstattern relativ wenig betrachtet worden. Ausgeblendet geblieben sind damit auch die ehemaliger PK-Angehörigen, die in der Medienlandschaft der Nachkriegszeit Furore machten.
Daher stehen die Propagandakompanien und ihre ganz speziellen Soldaten im Mittelpunkt dieses Buches, denn sie stellen ein Novum im Bereich der Öffentlichkeitsmanipulation dar. Zum ersten Mal wurde damals die Intelligenzija eines ganzen Landes an die Front geschickt, um Propagandamaterial zu erstellen. Diese Propagandakompanien, ihre damalige Arbeit und ihre Nachwirkung auf die spätere Nachkriegszeit werden untersucht.
     Worin das Außergewöhnliche an diesen Propagandakompanien (abgekürzt: „PK“) bestand, ist erst so richtig zu verstehen, wenn man sich vorstellt, dass etwa Günther Jauch nach Afghanistan geschickt werden würde, um von dort über die Ausbildungstätigkeit der Bundeswehr zu berichten; oder wenn Frank Schätzing sich im Auftrag des Verteidigungsministeriums auf einer Fregatte der Bundesmarine am Horn von Afrika befände und von dort Lageberichte über die Bekämpfung des Piratenunwesens abliefern würde. Aber genau dies geschah Anfang der 1940er Jahre, als Schriftsteller, Reporter und andere Journalisten, Zeichner und Kameramänner eingezogen wurden. Sie wurden uniformiert, an der Waffe ausgebildet und an die Front in Marsch gesetzt; ein Vorgang, der für andere europäische Staaten damals etwas völlig Neuartiges war, aber schon bald nachgeahmt wurde. Über diese nicht so bekannte Streitmacht des Goebbels’schen Propagandaministeriums kommen interessante Details zu Tage. Es wird herausgearbeitet, wie allgegenwärtig die Propagandamaschinerie in den damaligen Medien (Zeitungs- und Illustriertenpresse, Bücher, Rundfunk, Wochenschau) war, wie das reale Geschehen des Krieges manipuliert und was aus einem Teil der ehemaligen PK-Soldaten nach 1945 wurde, in jenem Zeitabschnitt zwischen 1949 und 1960, in dem Aufbruchstimmung und „kalter Krieg“ herrschte und damit eine weitgehend kritiklose Einbindung ehemaliger PK-Angehöriger (nicht nur im Westen) möglich war.
     In der vorliegenden Untersuchung wird eine klare Grenze zwischen Mitläufern und überzeugten Nationalsozialisten gezogen. Es wird auch dargestellt, dass es neben fanatischen Ideologen ebenso irreleitete, getäuschte und gestrandete Existenzen in den PK-Einheiten gab. Entsprechend berichten ja heute, über siebzig Jahre nach Kriegsende, auch ältere Frauen und Männer darüber, dass sie einst als Jugendliche unter dem Einfluss ihrer Mitgliedschaft in der HJ oder dem BDM an die Ideologie des Nationalsozialismus geglaubt hatten. Ebenso berichteten nach der
„Wende“ 1989/90 ehemalige FDJler der DDR-Anfangsjahre, dass sie nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ am Neuaufbau von Staat und Gesellschaft im Sinne eines friedlichen, gerechten und demokratischen Sozialismus’ mitwirken wollten.
     Eigentlich müsste es inzwischen überflüssig sein, aber es soll hier doch noch einmal ausdrücklich erwähnt werden, dass Krieg kein Abenteuerspielplatz ist, dass im Krieg nicht heldenhaft, sondern dreckig, schmerzhaft und schreiend gestorben wird. Einige der damaligen PK-Männer werden in diesem Zusammenhang in diesem Buch zitiert.
Dieser klaren Abgrenzung gegenüber dem Krieg als Mittel der Politik steht heute das Phänomen jener jungen Männer (und auch Frauen) gegenüber, die sich nach Syrien oder an andere vom Krieg heimgesuchte Gegenden begeben, um dort, meist in Bürgerkriegen, zu kämpfen und zu sterben. Man fragt sich verzweifelt: Lernt denn die Menschheit nichts aus all den vergangenen Kriegen? War unsere friedliche Welt in Europa seit 1945 nur eine Ausnahme? Tun wir alles, damit die Antwort „Nein“ lautet!

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