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Umschlagbild der 2. Aufl. 2009
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Heinz J. Galle
Volksbücher und Heftromane, Band 1
Der Boom nach 1945 von Billy
Jenkins bis Perry Rhodan
Hardcover (laminierter Pappband, Lesebändchen), 2. Auflage 2009, 278 S., 115 Abb., davon 52
ganzseitig in Farbe, Literaturverzeichnis, Register
37,50 ISBN
978-3-940679-21-5Der erste Versuch, einen Überblick
über das in diesem Buch behandelte Thema zu geben, startete 1988 im Ullstein-Verlag,
Berlin, mit Groschenhefte. Die Geschichte der deutschen Trivialliteratur. Da verlagsseitig
in die Kapitelabfolge eingegriffen wurde, war dies keine absolut zufriedenstellende Arbeit
gewesen, aber es war ein Anfang! Zehn Jahre später kam im EDFC, Passau, das umfangreiche
Werk Volksbücher und Heftromane her-aus. Dies war ein großer Fortschritt; erstmals
konnte der weitgespannte Rahmen dieser populären Lesestoffe sichtbar gemacht werden. Aber
aufgrund der Zusammenstellung diverser Einzelbeiträge aus vielen Zeitschriften konnte
eine gewisse Überschneidung einzelner Spezialthemen nicht vermieden werden. Dies wurde
mit der Neuausgabe 2005/06 geändert: Aus dem einen Buch wurden drei Einzelbände, die
jeweils bestimmte Zeit-abschnitte behandeln. Nun endlich konnte, da alle Texte neu
geschrieben wurden, der Sektor der Heftromane chronologisch aufgearbeitet werden. Dazu
kam, dass nun ein Großteil der Abbildungen in Farbe präsentiert werden konnte.
Der hier vorgelegte Band 1 beginnt mit der Zeit nach 1945 und
beleuchtet hierbei auch die Produktionen der DDR sowie Publikationen der uns umgebenden
deutschsprachigen Länder.
Da diese Neuausgabe inzwischen
vergriffen ist, wird hiermit eine durchgesehene 2. Auflage 2009
vorgelegt. Für diese 2.
Auflage sind erkannte inhaltliche und vor allem Drucksatzfehler berichtigt worden. Im
übrigen ist der Inhalt, von einigen wenigen redaktionellen Änderungen abgesehen,
gegenüber der 1. Auflage unverändert geblieben.
Die breite Palette visueller und akustischer
Unterhaltungsvarianten, die der heutigen Jugend geboten wird, hat die Lust am Lesen ins
Abseits gedrängt. Die sogenannten Pisa-Studien zeigen in erschreckendem Maße
die Leseschwäche heutiger Schülergenerationen auf. Damit einher gehend haben natürlich
auch populäre Lesestoffe, wie sie die Heftromane darstellen, an Einfluss und Faszination
verloren.
Während früher die Auslagen am
Kiosk von den bunten Heftumschlägen beherrscht wurden, muss man heute nach derartigen
Druckerzeugnissen schon dezidiert Ausschau halten. Von der großen Anzahl einstiger
Verlagsunternehmen dieses Genres sind nach diversen Fusionen eigentlich nur noch zwei
Verlage (Bastei und Pabel/Moewig) verblieben.
Heftserien wie Jerry Cotton,
Perry Rhodan, John Sinclair oder Lassiter haben zwar noch eine treue Lesergemeinde, aber
dahinter klafft schon eine erhebliche Lücke, und sie wird immer breiter! Nach den
Boom-Phasen vor 1933 und nach 1949 befindet sich das Genre des Heftromans inzwischen im
Sinkflug.
Während meiner Teilnahme am
Symposium des Bastei-Verlages Die schwere Kunst der leichten Unterhaltung (28.
April 2004 im Bonner Haus der Geschichte) konnte ich erneut registrieren, dass junge
Autoren der Mainstream-Literatur mit Unverständnis auf das Engagement für den Heftroman
reagieren. Das ist, ausgehend von der völlig neuen Sachlage im Sektor der
Unterhaltungsmedien, verständlich. Ein junger Leser unserer Epoche kann die Faszination
nicht nachvollziehen, die diese Fluchtliteratur auf die Generationen ausübte, die nach
1945 in das Lesealter hineingewachsen waren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren es
diese populären Lesestoffe, die den Jugendlichen das Fenster zur weiten Welt öffneten.
Es war für sie, besonders in den ersten Nachkriegsjahren, die einzige Möglichkeit, dem
Alltag aus Ruinen zu entfliehen.
Der Schwerpunkt dieser Ausführungen wird auf die
vergangenen Jahrzehnte gelegt; heutige Serien werden nur angerissen und müssen einer
späteren Betrachtung überlassen werden. Wir haben es ja auch hier mit einem völlig
neuen Phänomen zu tun: Dass Serienhelden wie Jerry Cotton oder Perry Rhodan über mehrere
Jahrzehnte am Kiosk erhältlich sind, hat es vorher noch nie gegeben!
Die literaturwissenschaftliche Erkundung der im
deutschsprachigen Raum veröffentlichten populären Lesestoffe hat an deutschen
Universitäten zögernd und in den Verlagen noch immer nicht begonnen. Im Gegensatz dazu
ist in England und Amerika eine Vielzahl einschlägiger Sekundärliteratur veröffentlicht
worden. Allein in meinem Besitz befinden sich zwanzig zum Teil opulent ausgestattete
Werke, in denen die Historie der Dime Novels, Penny Dreadfuls oder
Pulps beleuchtet wird.
Heinz J. Galle / Dieter
von Reeken
Inhalt:
Editorische Notiz
Vorwort
1. Kometen am Himmel
Österreichs Frühstart nach 1945 | Die drei
Caballeros / Aufbruch ins All / Lizenzausgaben / Die Langlebigen / Signalwirkung /
Trouvaillen
2. Ein Blick über der Zaun
3. Alte Liebe rostet nicht
4. Die wilden fünfziger Jahre | Billy Jenkins / Tom Brack der Grenzreiter
/ Coyote / Buffalo Bill / Aladdin-Romane / Bill Garry der schwarze Reiter / Der Texaner /
La Salle / Tom Prox / Bill Rocky / Zorro / Erdball-Romane / Quer durch den indianischen
Kontinent / Old Iron Jack und andere Reihen / Frank Kenney, Jo Marson / Kabinett der
Leidenschaften / Pimpinello Mystifex
5. In Rastatt stand die Wiege der Science-Fiction-Literatur
| Jim Parker / Utopia-Zukunftsroman, Mark Powers, Ad Astra / Utopia-Großband /
Utopia-Krimi(nal) / Utopia-Magazin, Galaxis und die Nachfolger / Luna-Utopia,
Luna-Weltall, Utopischer Taschen-Roman / Terra, Terra Extra, Terra Nova und Terra Astra /
Terra-Sonderband / Abenteuer im Weltenraum, Der Weltraumfahrer
6. Die Erben des Universums Perry Rhodan & Co.
| Perry Rhodan / Ren Dhark / Rex Corda, der Retter der Erde / Raumschiff Promet /
Zeitkugel, Erde 2000 / Commander Scott, Agent der Erde / Gemini / Raumschiff Orion / Die
Terranauten / Star Gate / Tabelle: SF-Zeittafel seit dem Jahre Null nach Perry Rhodan
7. Die Rollbahn ins Verderben | SOS
Schicksale deutscher Schiffe, Fliegergeschichten / Schild-Hefte, Signal-Hefte /
Anker-Hefte, Blaue Jungs, Wolkenstürmer / Der Landser, Soldatengeschichten, Die andere
Seite / Postskriptum
8. Schnüffler, G-Men und Kriminal-Kommissare
| Allan Pinkerton / Tom Shark / Frank Allan / John Kling / John Drake und andere Helden
und Heldinnen / Hermann Skolaster, Butler Parker / Kom-missar X / Jerry Cotton
9. Kampf dem Imperialismus | Im Gegensatz
zum dekadenten kapitalistischen Westen gab es in der DDR keine Schundliteratur ... / Von
Marholds illustrierter Jugendbücherei bis zur Romanwelt der Start nach 1945 / Der
Boom der fünfziger Jahre / Die Letzten der Mohikaner / Quintessenz
10. Gänsehaut für ein paar Euro |
Zauberkreis-Verlag / Pabel-Verlag / Bastei-Verlag / Kelter-Verlag / Erber-Verlag /
Marken-Verlag / Tabelle: Horror-, Spuk- und Grusel-Zeittafel / Diagramm:
Fieberkurve der Horror-Heft-Produktionen
Farb-Abbildungen
Literaturverzeichnis
Alphabetisches Register
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