Die Lehre Kants (1883)
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Einbanddeckel der Neuausgabe

Kurd Laßwitz
Die Lehre Kants von der Idealität des Raumes und der Zeit,
im Zusammenhange mit seiner Kritik des  Erkennens allgemeinverständlich dargestellt

(KOLLEKTION LASSWITZ, Abt. II Bd. 2)
Neuausgabe der
erstmals 1883 erschienenen preisgekrönten philosophischen Abhandlung im Neusatz. Hardcover (laminierter Pappband, Kapitalband, Lesebändchen), 236 Seiten, Reproduktionen
25,00 €ISBN 978-3-940679-34-5

Inhaltsverzeichnis
Aus der Selbstanzeige von Kurd Laßwitz zu seinem Werk
Aus dem Vorwort

Inhaltsverzeichnis

     Vorbemerkungen und editorische Hinweise
     Selbstanzeige
     Erklärung

     Vorwort
Erster Abschnitt. Die Unzulänglichkeit der materialistischen Weltanschauung

     1. Das Welträtsel und seine beiden Hauptfragen. Körperwelt und Geist. Sein und Werden, Eleaten und Herakleitos. Demokrit
     2. Aufgaben der Naturwissenschaft. Was heißt erklären? Ursache und Wirkung (Causalität). Naturnotwendigkeit (Mechanismus). Die Einheit von Stoff und Kraft und ihre Erhaltung. Die Atome. Grenzen und Unterschiede zwischen Naturwissenschaft und Materialismus. Die Behauptung des Materialismus
     3. Widersprüche im Materialismus. Die Einfachheit und Unveränderlichkeit der Atome ist mit ihrer Wirkungsfähigkeit (auf dem Standpunkte des Materialismus) nicht vereinbar. Undurchdringlichkeit. Centralkräfte. Stoß. Materialismus und Atomistik. Der Zusammenhang der Atome ist nur aus der Vorstellung des denkenden Menschen erklärbar
     4. Die lebenden Wesen. Das Bewußtsein. Der Materialismus kann die Empfindung nicht erklären. — Ein Gleichnis. — Empfindung und Bewegung. Der falsche Schluß des Materialismus. — Das Dilemma des Materialismus. — Empfindende Atome. — Denkende Materie ist eine Sinnlosigkeit
     5. Unsere Gefühle. Die Welt der Werte. Der Materialismus und der Egoismus. Der Materialismus kann die Existenz der Ideale nicht erklären
Zweiter Abschnitt. Die Welt als Inhalt des Bewußtseins
     6. Der Kopernikanische Gedanke und Kant. Der Realismus. Die Wirklichkeit. Die Zuverlässigkeit unserer Sinne. Die gegenseitige Unterstützung der Sinne. Die Sinne der Nebenmenschen. Wenn es reale Dinge außerhalb unseres Bewußtseins giebt, so können uns die Sinne nur Zeichen von ihnen liefern
     7. Kann uns die wissenschaftliche Forschung Aufschluß über die „realen“ Dinge geben? Sind der Raum und die bewegten Atome dieses Reale? Auch die Naturwissenschaft lehrt nur Empfindungen kennen, welche uns durch die Sinne gegeben sind. — Bewußtseinsinhalt ist Wirklichkeit. Die Welt ist „in uns“ samt Raum und Zeit, das heißt, sie ist nicht ohne uns    
Dritter Abschnitt. Die Idealität des Raumes
     8. Der Raum ist nicht eine Abstraktion aus der Erfahrung. Die Vorstellung des Raumes liegt der Erfahrung zu Grunde. Ein Gleichnis. Die Raumvorstellung ist eine notwendige Anschauungsform a priori
     9. Ein „realer“ Raum könnte nicht in unser Bewußtsein treten; es wäre zweifelhaft, ob wir den Raum richtig sähen. — Es giebt nicht verschiedene Räume, Sehraum, Tastraum etc., sondern nur den einzigen Raum unserer Anschauung
     10. Der Raum ist kein allgemeiner Begriff. Die Einzelräume entstehen nur durch Einschränkung der allgemeinen Raumvorstellung, nicht der allgemeine Raum aus den Einzelräumen. Der Raum hat keine Mehrzahl von einander verschiedener Merkmale; die Dimensionen sind keine solchen. Daher kann man den Raum nicht definieren, insofern er Anschauung ist. „Richtung“ läßt sich nicht definieren. Die Anschauungen „Hier“ und „Gerade aus“
     11. Erfahrung giebt uns stets nur Bruchstücke, der Raum aber ist uns als Gesamtanschauung gegeben. Der Raum ist unendlich. Daher kann er nicht als transcendente Realität existieren. Der Raum kann nicht verweigert werden. — Lösung der im Begriff des Unendlichen liegenden Widersprüche. — Wir brauchen mit unserer Vorstellung bei der Bewegung nicht den Weg durchs Unendliche einzuschlagen. — Das Bestehen der Materie in einem realen Raume läßt sich nicht denken
     12. Die transcendentale Idealität des Raumes. — Aus seiner Apriorität erklärt sich die Sicherheit der Mathematik. — Die empirisch-induktive Methode der Naturwissenschaft. — Erfahrung giebt nur angenäherte Gewißheit. — Gewißheit der Naturgesetze. — Beispiel. — Die deduktive Methode der Mathematik. — Die zwingende Kraft unserer Raumvorstellung
Vierter Abschnitt. Die Idealität der Zeit
     13. Die Zeit umfaßt unser gesamtes inneres Leben als notwendige Form alles Bewußtseins. Eine Zeit außer uns anzunehmen liegt kein Grund vor. Die Zeit ist kein allgemeiner Begriff, sondern eine Anscheinung a priori. Sie enthält keine von einander verschiedenen Merkmale und läßt sich nicht definieren. „Jetzt.“ Beziehung auf den Zustand des eigenen Ich
     14. Zeitgröße, Zeitmaß und der Ablauf der Vorstellungen. Abhängigkeit des Weltbildes von der Geschwindigkeit dieses Ablaufs. — Empirische und transcendentale Zeit; letztere ist unabhängig und unvermeidlich. — Eine reale Zeit ist undenkbar und mit der innern Zeitvorstellung nicht zu vereinen. — Die Zeit ist unendlich. Eine „reale“ unendliche Zeit aber ist ein Widerspruch in sich. Die Unendlichkeit besteht nur in unserer Vorstellung als die Möglichkeit unbegrenzten Fortganges
     15. Auf der Priorität der Zeitvorstellung beruht der Zahlbegriff und die Sicherheit der Arithmetik. — Es lösen sich die Schwierigkeiten im Begriff der Veränderung. — Die Möglichkeit der mathematischen Behandlung der Bewegungslehre. — Die Notwendigkeit der Zeitvorstellung
     16. Vorläufiger Hinweis auf die empirische Realität von Raum und Zeit. Unterschied von Schein und Erscheinung. Uebergang zum folgenden
Fünfter Abschnitt. Der Verstand und die Bedingungen der Erfahrung
     17. Die Spontaneität des Verstandes. Transcendentale Logik. Die Ordnung der Anschauungen zu Begriffen durch Synthesis. Die Synthesis nach Begriffen a priori. Einheit der Synthese
     18. Erläuterung des Vorangehenden. Die Synthesis der Apprehension. — Die Synthesis der Reproduktion. — Die Recognition im Begriffe
     19. Die Funktionen der Synthesis. Quantität, Qualität, Relation, Modalität. Die Kategorieen. Die Anzahl der Kategorieen ist nicht wesentlich. — Begriffe ohne Anschauungen sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind. — Anschauen und Denken finden in der Zeit statt (Schematismus). Sie sind die Bedingungen a priori für die Erfahrung
     20. Die Verknüpfung der Vorstellungen in einem Bewußtsein, das Selbstbewußtsein. Die Apperception. Sinn, Einbildungskraft und Apperception als vollständige Bedingungen der Erfahrung. Die beiden letzteren bilden den Verstand
Sechster Abschnitt. Die Existenz von Gegenständen und die empirische Realität von Raum und Zeit
     21. Die Stabilität der Objekte. Realismus und Kriticismus. Beispiel vom Veilchen. Erzeugung des Gegenstandes durch die Kategorieen. Das angeschaute und das gedachte Veilchen als wirkliches Veilchen. Die objektive Wirklichkeit in Raum und Zeit
     22. Die Widerlegung der Einwände. — Einwand, daß aus Kants Lehre nur die Subjektivität der Erfahrung folge. Die Uebereinstimmung der Subjekte
     23. Die Existenz der Nebenmenschen. Die Tiere und unsere Verständigung mit ihnen
     24. Die Existenz der nicht wahrgenommenen Gegenstände. Das Veilchen bei Nacht und auf der unentdeckten Insel. — Was heißt existieren? — Die Existenz der Räume, welche niemand gesehen, und der Zeiten, die niemand erlebt hat
     25. Die Unräumlichkeit der Vorstellung und die Räumlichkeit des Vorgestellten. Innen und Außen. Der objektive Raum außer uns
Siebenter Abschnitt. Die Dinge an sich
     26. Was sind die Gegenstände ohne das menschliche Bewußtsein? Der scheinbare Cirkelschluß von der Anschauung auf den Gegenstand und zurück, und das Zusammenwirken von Sinnlichkeit und Verstand. — Die Forderung, vom Dinge an sich etwas zu erfahren, und die angebliche Ursache, warum etwas sei. — Der transcendentale Gegenstand als Bedingung einer Erfahrung von Objekten überhaupt. Phänomena und Noumena. — Das Ding an sich als hypostasierter (bloß gedachter) Grund der wirklichen Objekte. — Unterschied zwischen transcendentalem Gegenstande, Ding an sich und empirischem Gegenstande. — Die Frage nach den Dingen an sich ist unbeantwortbar, unberechtigt und unnütz
     27. Die Nicht-Realität der Dinge an sich. Das Ding an sich als Grenzbegriff. Die Frage ohne Ende. Die Kritik der Erkenntnis und die Unerkennbarkeit der Dinge an sich
     28. Die angebliche Wirkung der Dinge an sich auf die Erfahrung. Die Dinge an sich sind nur die gedachte, nicht die reale Ursache der Sinnesempfindungen. Gegenstände und Sinnesreize. Der transcendentale Realismus und seine Sorgen. Der transcendentale Idealismus, welcher empirischer Realismus ist
     29. Der transcendentale Idealismus ist nicht (gewöhnlicher) reiner Idealismus. Unterschied zwischen Idealismus und Kriticismus. — Beweis für die Realität der äußern Gegenstände aus dem Bewußtsein des eigenen Daseins. — Die Arten des Seins
Achter Abschnitt. Die Apriorität des Raumes und die mathematische Spekulation
     30. Raum und Zeit sind nur der Anlage nach angeboren. Sie entstehen nicht durch die Erfahrung, aber nicht ohne Erfahrung. — Die vermeintliche Möglichkeit, Raumgesetze durch Erfahrung zu widerlegen. — Die Annahme, daß zwar nicht die Raumanschauung, aber ihre Eigentümlichkeiten (die geometrischen Grundsätze) auf Erfahrung beruhen. Ob andere Raumgesetze möglich seien
     31. Das elfte Axiom des Euklid. Die Uebertragung der Geometrie von der Kugelfläche auf den Raum durch die Analysis und die angebliche Verallgemeinerung des Raumbegriffs durch dieselbe. Die Coordinaten und die Dimensionen. Die Mannigfaltigkeiten von vier und mehr Dimensionen. Dieselben sind nur Größenbeziehungen, keine Räume
     32. Die Krümmung der Flächen. Constantes Krümmungsmaß. Das Krümmungsmaß des Raumes als die in Zahlzeichen angegebene Bedingung dafür, daß der Raum in sich congruent ist. Unendlichkeit und Unbegrenztheit. Die Uebertragung dieser Begriffe auf den Raum durch Riemann und seine Folgerung: der specielle Raum könne nur durch Erfahrung geliefert sein. Widerlegung dieser Behauptung
     33. Helmholtz’ Behauptung von der Möglichkeit anderer Raumgesetze. Erläuterung der zu lösenden Aufgabe. Ein Vergleich. Unterschied zwischen Helmholtz’ und Kants Lehre vom Ursprung der Raumgesetze. — Der angeblich allgemeinere Begriff des Raumes. — Derselbe ist nicht, wie die Begriffe in der Logik, durch Abstraktion aus specielleren entstanden. — Das Analogieverfahren. Dasselbe liefert nicht neue Räume sondern nur neue Größenbeziehungen. Beispiel von der Entdeckung neuer Menschengattungen
     34. Einwurf, daß es sich nur um die Vorstellbarkeit anderer Raumarten handle. Entgegnung durch Hinweis auf die im folgenden zu beweisenden Sätze: 1) der allgemeine Raumbegriff enthält nicht unsere Raumanschauung als Specialfall. 2) Helmholtz beweist nur die Vorstellbarkeit dreidimensionaler Raumgebilde, die innerhalb unseres Raumes bestimmten Ausdehnungsgesetzen unterworfen sind, nicht aber diejenige vierdimensionaler Gebilde oder solcher Gebilde, welche sich in einem von dem unseren abweichenden Raume befänden
     35. Verwechselung von Denkbarkeit und (sinnlicher) Vorstellbarkeit. — Verwechselung der Anschaulichkeit von Symbolen mit der Anschaulichkeit von Dimensionen. — Die Wesen auf der Kugelfläche. Unabhängigkeit der Raumvorstellung vom Wohnorte. — Für die reine zweidimensionale Anschauung giebt es keinen Unterschied zwischen Kugel und Ebene; derselbe tritt erst durch Anschauung der dritten Dimension oder durch Empfindung auf. — Zweidimensionale Raumvorstellung ist für uns überhaupt nicht möglich, weil sie die dritte immer mit voraussetzt
     36. Die falsche Analogie zwischen Flächen und Raum. Wir können aus unserem Raume auf keine Weise hinaus. Die Constanz des Krümmungsmaßes ist ihrem Begriffe nach Bedingungen der Raummessung überhaupt, also durch keine Erfahrung zu widerlegen. Es kann nicht einen physischen Raum neben dem mathematischen geben. Die Unterscheidung von Unendlichkeit und Unbegrenztheit ist beim Raume unzulässig. — Rekapitulation
     37. Die „Mannigfaltigkeiten“ setzen die Raumanschauung voraus und kommen nur durch sie zustande. Die Vertauschbarkeit von drei Bestimmungen macht noch keinen Raum aus. Raumbegriff und Raumanschauung. — Der ungerechtfertigte Schluß aus dem Möglichen auf das Wirkliche
     38. Kant wird falsch verstanden, wenn seine Raumlehre dahin gedeutet wird, als sei unsere Raumauffassung eine Einschränkung einer allgemeineren Raummöglichkeit oder Raumexistenz, wobei es fraglich bleibe, wie diese beschaffen sei. Es giebt keinen transcendenten Raum. — Spiritistischer Unfug. Räume von verschiedenen Dimensionen wären absolut zusammenhanglose Welten. — Durch Annahme einer vierten Dimension kann in unserem Raume nichts erklärt werden. Die falsche Voraussetzung, welche zum Scheine der Möglichkeit mehrdimensionaler Räume führt, und der unendliche Fortgang
     39. „Ob die Bedingungen unserer Erfahrung auch andere sein könnten.“ — Die transcendentale Idealität des Raumes ließe sich mit seiner empirischen Realität nicht vereinigen, wenn es auch andere Raumarten gäbe, weil der Raum dadurch zum Scheine würde
Neunter Abschnitt. Naturgesetz und Naturerkenntnis
     40. Ausblick auf das zu erwartende Resultat. — Was heißt Natur? Wie ist Natur möglich? Natur in materieller und formeller Bedeutung. Der Verstand als Gesetzgeber der Natur. Citat aus Kant
     41. Verhütung eines Mißverständnisses. — Erfahrung als die einzige Erkenntnisquelle. — Das Apriori in den Wissenschaften. Die Sicherheit der Naturgesetze
     42. Die Apriorität des Causalgesetzes. Die Allgemeingiltigkeit der Naturgesetze. Das Wunder
     43. Lösung der Widersprüche, auf welche der Materialismus stieß. Die Zusammengehörigkeit von Subjekt und Objekt, Denken und Sein. — Die Einheit der Naturkräfte
     44. Bewegtes im Raume. Die Materie. Undurchdringlichkeit als Empfindungsthatsache. Der Begriff bewegter Körper. Kraft ist nur gedachte Ursache der Bewegung. Das Zusammen von Materie und Kraft
     45. Der kritische Begriff des Atoms. Die Größe der Atome. Bewegte Atome als eine Forderung der Kategorieen zur Erklärung der Körperwelt. Atome giebt es nur in der Vielzahl. Das Zusammen der Atome in der Vorstellung des Menschen. — Die Bewegung der Atome. Das Maß der Bewegung und das Beharrende der Bewegung. Das Beharrende in der Bewegung der Atome und der sogenannte elastische Stoß. Körper- und Aetheratome. Die Begründung der Atomistik durch den Nachweis der Phänomenalität der Atome. — Rückblick
     46. Die mechanische Weltauffassung in er Naturwissenschaft. — Was ist möglich? — Es giebt keine Gespenster
Zehnter Abschnitt. Die Schranken des Erkennens. Verstand und Vernunft
     47. Die Grenzen des Verstandes und sein Bestreben, sie zu überschreiten. — Ob das Ei eher ist als die Henne. — Das erste Glied in der Reihe ist uns nie in der Erfahrung gegeben, sondern nur im Denken. Verwechselung des Angeschauten mit dem Gedachten. Das Unbedingte. Die Vernunft. Philosophie als Schiedsrichterin zwischen den Wissenschaften
     48. Die Unmöglichkeit, die Reihe der Bedingungen abzubrechen. Die Teilbarkeit der Materie ins Unendliche und ihr Gegenteil. — Das kosmologische Problem. Ist die Welt erschaffen oder besteht sie seit Ewigkeit? Die Unfähigkeit des Verstandes, diese Frage zu beantworten. Der Naturforscher und der Theologe. — Ist die Welt im Raume endlich oder unendlich? Unbeschränktheit und Abgrenzung
     49. Die Idee. — Die Idee des Weltganzen. — Ursächlichkeit und Freiheit
Elfter Abschnitt. Die Idee der Freiheit
     50. Die Ursächlichkeit im Erscheinungsgebiete. Das vorgestellte und das vorstellende Ich. Das Ich als vorstellend und wollend. Das Naturgesetz gilt nur so lange für das Ich, als dieses, wie alles andere, Objekt eines Bewußtseins ist
     51. Die Fehlschlüsse aus der Doppelsinnigkeit der Worte. Beispiel. Der Paralogismus über die Notwendigkeit. Das wollende Ich ist nur durch sich selbst bestimmt
     52. Der empirische Charakter. Der intelligible Charakter. Der Mensch als Phänomenon den empirischen Gesetzen der Natur unterworfen, als intelligibler Charakter frei. Das „autonome“ Ich. Seine Zeitlosigkeit
     53. Der Imperativ: Es soll! — Natur und Sittlichkeit, Naturnotwendigkeit und Freiheit
     54. Der Einwand, daß man mit der Freiheit des Willens etwas über die Dinge an sich aussage. — Der Einwand, daß die Freiheit, wenn sie nur in der intelligiblen Welt statt hat, sich in der empirischen Welt nicht bethätigen können. — Widerlegung der Einwände durch die Deutung des Kantischen Begriffs vom intelligiblen Ich. Der Begriff desselben deckt sich nicht mit dem des Dinges an sich, sie sind die beiden entgegengesetzten Grenzen der Erkenntnis. Das autonome Ich ist intelligibel und real. — Die Identität des Ich in seinen Thätigkeiten und die freie Entschließung. — Freiheit ist nicht Bestimmungslosigkeit, sondern Selbstbestimmung
     55. Wille und Intellekt gehören nicht zwei verschiedenen Welten an. Wille ist kein Ding an sich. Die Lehre vom intelligiblen Charakter gewährt nur einen Standpunkt zur Betrachtung des empirischen Lebens, keinen Aufschluß über die Noumena. Schwierigkeit, diese Verhältnisse auszudrücken
     56. Die Freiheit als Idee der Vernunft. Wir sind in praktischer Hinsicht frei. Das Sittengesetz. Die Verantwortlichkeit des Menschen
Zwölfter Abschnitt. Seele. Unsterblichkeit. Gott
     57. Zwiespalt und Ergänzung von Verstand und Vernunft. Die Seele. Wie verhält sich die Seele zum Körper? Beide sind Gegenstände der Wahrnehmung, Phänomena. Bewegung und Empfindung
     58. Die Unsterblichkeit der Seele und das Urteil des Verstandes. Die Sterblichkeit der Seele mit dem Körper als Erscheinung. Die Zeitlosigkeit des intelligiblen Ich. Ewigkeit. Die Idee der Unsterblichkeit. Die sinnliche Vorstellung vom ewigen Leben und das Leben unter der Idee der Unsterblichkeit. — Der Mensch als Selbstzweck unter den Ideen der Freiheit und der Unsterblichkeit. — Die Staatsordnung und die individuelle Freiheit
     59. Gott. Seine Existenz kann durch den Verstand nicht bewiesen werden, weder als Intelligenz, noch als Schöpfer, noch als realstes Wesen. — Die Idee von Gott. Gott als Ideal. Gott kann nicht begriffen, nur gefühlt werden. Der Glaube an ihn. Religiosität
     60. Die höchste Leistung der Erkenntniskritik: Abgrenzung von Wissenschaft, Sitte und Religion. Das Reich der Ideale. Die Welt der Werte in ihrem Verhältnis zum Sein. Der praktische Glaube
Schluß. Die Metaphysik und die Philosophie
     Alphabetisches Verzeichnis der wichtigsten Begriffe und Erklärungen

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Aus der Selbstanzeige von Kurd Laßwitz zu seinem Werk

Das Buch wendet sich an das gebildete Publikum, um das Interesse desselben für die auf Kants Kriticismus gegründete idealistische Weltanschauung zu erwecken. Zu diesem Zwecke wird nach einer Widerlegung des Materialismus die Lehre von der transcendentalen Idealität und empirischen Realität des Raumes und der Zeit, von den Kategorien und den Ideen in populärer Sprache vorgetragen. Für den Philosophen dürfte der Abschnitt über die mathematische Spekulation und die Erörterung der Begriffe des Noumenon und des autonomen Ich durch die Art der Darstellung und Auffassung von Interesse sein, sowie die im Gegensatz zu Kant gegebene Begründung der Atomistik auf die kritische  Erkenntnistheorie. — ([Kurd Lasswitz: Selbstanzeige zu Die Lehre Kants von der Idealität des Raumes und der Zeit], in: VIERTELJAHRSSCHRIFT FÜR WISSENSCHAFTLICHE PHILOSOPHIE. Leipzig, 7. Jg. (1883), Heft 2, S. 248)

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Aus dem Vorwort

Im December 1880 versandte das Literatur-Institut von E. Last in Wien das Programm zu einer Preisausschreibung, welchem folgendes zu entnehmen gestattet sei:

„Von einem schönen Idealismus und reiner Humanität beseelt, beschloß Herr Julius Gillis in St. Petersburg eine Preisbewerbung zu veranstalten, um gleichgesinnte philosophisch durchgebildete Männer zu veranlassen, eine Popularisirung des wichtigen Lehrsatzes Kants von der Idealität von Zeit und Raum zu versuchen.
     Er setzt deshalb tausend Gulden Oest. Währung als Preis aus für die beste Beantwortung untenstehender Fragen, welche nur dazu dienen sollen, die Richtung und den Inhalt des gewünschten populär-philosophischen Werkes anzudeuten.
     Jeder dem es bereits zur Ueberzeugung geworden, daß es für die gegenwärtige europäische Menschheit keine wichtigere geistige Aufgabe geben kann als die: dem immermehr in allen Schichten sich ausbreitenden Materialismus gegenüber die idealistische Richtung Kants zur Geltung zu bringen, sie durch Mittheilung zu einem Einflusse, einer Macht in der Wirklichkeit zu gestalten — jeder so Gesinnte wird mit Freuden den Anstoß begrüßen, mit welchem ein Privatmann im russischen Reiche die Thätigkeit der Deutschen auf diesem Felde in Fluß zu bringen bestrebt ist.
     Thema der Arbeit sei also eine genaue und allen Gebildeten verständliche Darstellung der wichtigen und folgenreichen Lehre Kants von der Idealität von Zeit und Raum. Ausgeschlossen seien dabei alle nur für Gelehrte Werth habende philologische Forschungen über den Ursprung dieser Lehre; ausgeschlossen ferner die Anwendung fremder Sprachen in Citaten und im Text, sowohl als ein schwülstiger, schwer verständlicher Styl. Da diese Arbeit den Nutzen haben soll, allen denen, die nach einer ernsteren und tieferen Lebensauffassung verlangen, als sie die materialistischen Lehren geben können, eine klare und vollkommene Einsicht zu verschaffen, sowohl in das Wesen der Lehre selbst, als in die Consequenzen, die daraus hervorgehen, so ist erforderlich:
     1. Die Punkte hervorzuheben und zu verdeutlichen, wo die materialistische Weltanschauung nicht mehr genügt;
     2. die Lehre von der Idealität von Zeit und Raum selbst klar und mit einleuchtenden Beweisen darzustellen;
     3. zu entwickeln, welche Fortschritte in dieser Lehre enthalten sind, und zu welchen Resultaten des Denkens und der Sittlichkeit sie hinleitet. Erklärt werde hierbei die Lehre Kants vom Zusammenbestehen der Freiheit mit der Nothwendigkeit, sowie die vom empirischen und intelligiblen Charakter.“

Dieser Preisausschreibung verdankt das vorliegende Buch seine Entstehung. Das Programm derselben ist von dem Verfasser nach Möglichkeit befolgt worden und bezeichnet daher Absicht und Richtung der Schrift, welche von den Preisrichtern, den Professoren der Philosophie E. Laas in Straßburg, W. Wundt und M. Heinze in Leipzig, mit dem Preise gekrönt wurde.
     Der Zweck populärer Darstellung und das Streben nach Erleichterung für den Leser war in allen Fällen entscheidend, wo es zweifelhaft sein konnte, was von den Darlegungen des Meisters in die Arbeit aufzunehmen wäre. Wo thatsächliche Abweichungen von der Lehre Kants vorliegen, welche nicht bloß durch den angestrebten allgemeinverständlichen Ausdruck geboten waren, sondern sich begründen in der Auffassung und Ueberzeugung des Verfassers, da glaubt derselbe diese Meinungsverschiedenheit genügend kenntlich gemacht zu haben, so z. B. in der Ableitung der Grundlagen der theoretischen Phvsik.
     Einzelnes in der Art der Darstellung und Auffassung dürfte vielleicht selbst für den Fachmann Interesse besitzen, namentlich aber hofft der Verfasser, daß das vorliegende Buch auch dem Anfänger in der Philosophie eine förderliche Einführung in das Studium der Originalwerke des Philosophen sein könne. Vor allem jedoch möge es seinen Zweck erfüllen im Sinne des Stifters der Preisausschreibung und wirken für die Ausbreitung der Kenntnis Kantischer Lehren in den großen Kreisen des gebildeten Publikums.

Gotha, den 11. December 1882
Kurd Laßwitz

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