Im Labor der Visionen
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Titelzeichnung: Helmut Wenske

Franz Rottensteiner:
Im Labor der Visionen
19 Aufsätze und Vorträge aus den Jahren 2000–2012
Br., 268 S., 144 Abb.
20,00 € — ISBN 978-3-940679-72-7

Über Franz Rottensteiner
Über das Buch (Aus den einleitenden Bemerkungen)
Inhaltsverzeichnis
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Dr. Franz Rottensteiner

wurde 1942 in Waidmannsfeld (Niederösterreich) geboren. Er studierte Publizistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Wien. Nach seiner Promotion (1968) zum Dr. phil. war er rund 15 Jahre als Bibliothekar an einem Forschungsinstitut tätig und betreute daneben u. a. die Phantastik- und Science-Fiction-Programme mehrerer Verlage. Dr. Rottensteiner ist Herausgeber zahlreicher Anthologien und Verfasser der Bildbände The Science Fiction Book (1975) und The Fantasy Book (1978). Er ist Mitarbeiter an mehreren Lexika der Science Fiction und Fantasy, u. a. Herausgeber des im Corian-Verlag erscheinenden Werkführers durch die utopisch-phantastische Literatur, und seit 1963 Herausgeber der Zeitschrift Quarber Merkur. Seit 1985 ist er freiberuflicher Autor und Verlagskonsulent.

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Über das Buch

Der Sammelband enthält 19 Aufsätze und Vorträge des bekannten österreichischen Autors, Herausgebers und Kritikers Dr. Franz Rottensteiner aus den Jahren 2000–2012 mit zeitlosen „Anmerkungen zur phantastischen Literatur“. – Auszüge aus den einleitenden Bemerkungen:

Die Beiträge dieses Bandes entstanden aus den verschiedensten Anlässen, oft für ein Publikum, das mit phantastischer Literatur und Science Fiction überhaupt nicht vertraut ist. Das bedingt gewisse Wiederholungen und Feststellungen, die für eingeschworene Fans der phantastischen Gattungen Binsenweisheiten sein mögen. Manche waren Vorträge, andere Vor- und Nachworte zu Sammlungen von Kurzgeschichten und anderen Büchern, Würdigungen von mir geschätzten Personen – oder entsprangen Einladungen, Beiträge für Sammelbände zu liefern.
     … Dass ich klar und direkt schrieb, ohne den germanistischen Jargon, mit dem Lektoren in der Praxis des Verlagswesens nichts anfangen können (sie wollen nur wissen, ob ein Buch etwas taugt und welche Leserkreise sie damit ansprechen können), wurde von vielen Lektoren geschätzt. Ich glaube, dass ich ein sicheres Urteilsvermögen habe, und zwar für verschiedene Ebenen literarischen Niveaus (ich habe auch unzählige Heimatromane bewertet!), und ich habe es immer als meine wichtigste Aufgabe betrachtet, Texte, die es wert sind, zugänglich oder wieder zugänglich zu machen. So konnte ich als Herausgeber Stanisław Lem im deutschen Sprachraum bei Insel und Suhrkamp durchsetzen und auch international als sein Agent einiges für ihn tun. Das endete ziemlich hässlich, denn in Amerika hat er sich dann von einem Agenten vor Ort mehr versprochen, aber ich kann nicht alles falsch gemacht haben, denn nach meiner Zeit als sein Agent erschien kein einziges neues Buch mehr von ihm – und die letzte neue Lem-Übersetzung in den USA datiert immerhin schon von 1994. Auch die Strugatzkis und einige deutschsprachige Autoren konnte ich ein bisschen fördern.
     … Die Kritik der Science Fiction, die ich durchaus als Amateur betrieb, vor allem in meinem eigenen Fanzine Quarber Merkur, aber auch in zahlreichen amerikanischen Publikationen, von Amateurzeitschriften wie Riverside Quarterly, Zenith, Australian SF Review, SF Commentary bis zu akademischen Zeitschriften wie Science Fiction Studies und Nachschlagewerken zur SF, war nur ein Nebenprodukt. Es gibt zahlreiche Kritiker, die besser und raffinierter schreiben und gewandt alle Intellektuellen zu zitieren wissen, die gerade modisch sind – Jacques Lacan, Jean-François Lyotard, Michel Foucault, Slavoj Žižek, Roland Barthes etc. Ich habe mich immer bemüht, möglichst klar und einfach für jene Leser zu schreiben, die vor allem wissen wollen, was in einem Buch eigentlich drinnen steht und ob es sich lohnt, sich damit zu beschäftigen.
     So sind auch die Aufsätze in diesem Band aufzufassen. Mich interessiert vor allem die Science Fiction, von der Phantastik vor allem die ältere Spielart. Die moderne Fantasy allerdings bräuchte es meinetwegen nicht zu geben (von einigen schon klassisch gewordenen Werken abgesehen), und ich muss gestehen, dass auch Heft- und TV- bzw. Film-Serien wie Perry Rhodan, Star Trek und Star Wars – wie überhaupt so ziemlich das ganze SF-Kino – an mir vorübergegangen sind. SF als „Genre im Medienverbund“ (Manfred Nagl) hat mich, muss ich gestehen, nie interessiert, ich war immer extrem auf das geschriebene Wort fixiert, was gewiss eine Beschränkung ist.
Die meiste SF ist ziemlich schlecht – aber auf sehr vielfältige Art; dennoch gibt es auf diesem weiten Acker der Literatur auch erstaunliche Entdeckungen zu machen, und wenn es mir gelingen sollte, Interesse für einige von ihnen zu wecken, so wurden diese Aufsätze nicht vergeblich geschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Einleitende Bemerkungen

Die Zukunft der Science Fiction

Einige Anmerkungen zum sozialkritischen Gehalt von SF

Zur Kritik an der Zukunft

Eine kurze Geschichte der Zeitreise

SF-Literatur zwischen Außenseitertum und Bestsellerstatus
Die Subkultur des Science-Fiction-Fandoms

Religion und Science Fiction

Der „Seelenwanderer“ Paul Busson

Lovecrafts transhumane Transformationen
Geschichten von der Begegnung mit den maximal Fremden

Erich Dolezal — Science Fiction als Erziehung zur Weltraumfahrt

Stanisław Lem und die letzten Dinge

Solaris — Ein Roman und seine Verfilmungen

Peter Schattschneider — Das Spiel mit der Wirklichkeit

Wolfgang Jeschkes Kurzprosa

Michael K. Iwoleits posthumane Zukunft

Herbert W. Franke — Science Fiction als Gedankenexperiment

Die gespenstische Eufemia Adlersfeld-Ballestrem

Der streitbare Feminismus der Joanna Russ

Mein Freund Kalju Kirde

Helmut Wenske — Maler fremder Dimensionen und Welten

Anhang
Quellenverzeichnis
Bildnachweis

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